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Kreislaufprobleme: Was Sie tun können, wenn sich plötzlich alles dreht

Kreislaufprobleme gehen in der Regel mit Schwindelattacken einher. Doch die weiteren Symptome sind ebenso vielseitig wie die Ursachen. Wir stellen Ihnen im Folgenden die häufigsten Gründe für Kreislaufprobleme vor und klären über gängige Behandlungsmethoden auf.

Das Bayrische Alpenland besitzt ein exklusives Wetterphänomen – den sog. Föhn. Wenn warme Winde bei klarem Himmel über die Berge ziehen, zeigt sich meist eine malerische Landschaft. Was viele nicht wissen, ist, dass Föhnwinde eine häufige Ursache von Kreislaufproblemen sind. Ihr Vorkommen ist, wie schon gesagt, regional beschränkt. Doch vor allem im Frühjahr und im Herbst existieren ganz ähnliche Wetterkonstellationen bundesweit. Kreislaufprobleme sind jedoch nicht nur wetterabhängig.

Kreislaufprobleme: Welche Rolle spielt der Blutdruck?

Kreislaufprobleme

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Kreislaufprobleme sind häufig ein Anzeichen für einen zu niedrigen Blutdruck. Durch den Blutkreislauf wird kontinuierlich dafür gesorgt, dass alle lebenswichtigen Organe über die Arterien mit sauerstoffreichem Blut versorgt sind. Vom Herzen gelangt das Blut in die Gewebe von Organen, der Muskulatur und den Knochen. Die Venen fördern es dann zum Herzen zurück.
Damit dieser Kreislauf funktioniert und es nicht zu Komplikationen kommt, ist ein gewisser Mindestdruck nötig. Dieser wird beispielsweise durch eine Verengung der Venen, eine Beschleunigung des Herzschlags und/oder eine Verminderung der Wasserausscheidung in den Nieren erzeugt.

Bei zu niedrigem Blutdruck spricht man im Fachjargon von einer sog. Hypotonie. Eine eindeutige Ursachenbestimmung der Hypotonie ist in den meisten Fällen nicht möglich. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die genetische Veranlagung der Betroffenen häufig eine Rolle spielt. Als besonders gefährdet gelten zudem junge Frauen von meist schlanker Statur. Selbst wenn sie ansonsten gesund sind, können sie an einem zu niedrigen Blutdruck leiden.

Kreislaufprobleme durch sekundäre Hypotonie

Sind die Ursachen eines zu geringen Blutdrucks genau identifizierbar, spricht man von einer sekundären Hypotonie. Dabei handelt es sich um die Begleiterscheinung einer Grunderkrankung, wie zum Beispiel:

• Herzinsuffizienz
• Herzinfarkt
• hormonelle Störungen (z.B. Schilddrüsenunterfunktion)
• Infektionen
Diabetes
• Niereninsuffizienz

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu einem zu niedrigen Blutdruck führen. Bei Senioren kann sie zudem eine Ursache altersbedingter Veränderungen im Körper sein.

Kreislaufprobleme durch orthostatische Hypotonie

Kreislaufprobleme können auch beim Wechsel von der liegenden in die aufrechte Körperposition auftreten. Ist das der Fall, spricht man von einer orthostatischen Hypotonie. Beim Positionswechsel „versackt“ das Blut kurzeitig in den Beinen und muss entgegen der Schwerkraft wieder nach oben gepumpt werden. Dann zeigen sich Symptome wie Blässe, Schwindel, Benommenheit oder Verwirrtheit, deren Dauer zwischen einigen Sekunden und mehreren Minuten variieren kann. Durch erneutes Hinlegen werden die Beschwerden meistens erheblich gelindert.

Mögliche Ursachen einer orthostatischen Hypotonie sind:

Medikamenteneinnahme
• hormonelle Störungen
• Blut-Volumen-Mangel
• Schwangerschaft
• neurologische Störungen

Kreislaufprobleme: Welche Symptome können auftreten?

Bei Kreislaufschwäche wird meistens in kurzfristige und länger anhaltende Symptome unterschieden.
Schwindel, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Zittern, Blässe, Übelkeit und Augenflimmern gelten als die häufigsten Ursachen, die in der kurzen Frist auftreten können. Auch Ohnmachtsanfälle (Synkope) sind im Ausnahmefall möglich. Sie treten jedoch nur bei einem besonders starken Abfall des Blutdrucks auf.

Leiden Betroffene über einen längeren Zeitraum an Kreislaufproblemen, können die Symptome durchaus über das rein körperliche Befinden hinausgehen. Sie gelten dann häufig als leicht reizbar, appetitlos und antriebsschwach. Auch eine anhaltende Konzentrationsschwäche und eine depressive Stimmung können die Folge sein.

Wie werden Kreislaufprobleme diagnostiziert?

Am Beginn der Diagnostik steht meistens ein ausführliches Gespräch zwischen den Betroffenen und ihrem Hausarzt. Dabei soll vor allem die Frage geklärt werden, wann und in welchem Zusammenhang die Kreislaufprobleme auftreten. Auch eventuelle Grunderkrankungen und Medikamente, die auf eine sekundäre Hypotonie hindeuten, werden thematisiert.

Auf das Gespräch folgt in der Regel eine körperliche Untersuchung, bei der auch eine Messung von Puls und Blutdruck durchgeführt wird. Ein einzelner Wert hat allerdings unter Umständen wenig Aussagekraft. Deshalb kann der Arzt bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen auch eine 24-Stunden-Messung verordnen. Alternativ dazu werden auch mehrere Einzelmessungen durchgeführt.

Eine orthostatische Störung kann über den sog. Schellong-Test nachgewiesen werden, bei dem Herzfrequenz und Blutdruck in Abständen von 30-60 Sekunden gemessen werden. Die Messung erfolgt zunächst im Liegen, dann direkt nach dem Aufstehen und abschließend nach körperlicher Belastung, beispielsweise nach 15 Kniebeugen.

Kreislaufprobleme werden zudem durch ein Elektrokardiogramm (EKG) und eine Blutuntersuchung diagnostiziert. Beide Methoden betreffen aber in erster Linie die Basisdiagnostik. Zur Bestimmung genauerer Ursachen werden unter anderem Belastungs-EKGs und Herzkatheter-Untersuchungen eingesetzt.

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Wetterfühligkeit kann zu Kreislaufschwäche führen

Wie eingangs bereits erwähnt, hat das Wetter großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen. Das gilt auch für den Kreislauf. Dies ist, anders wie zum Beispiel Diabetes Millius, beileibe keine Volkskrankheit in der modernen Wohlstandsgesellschaft. Schon das Universalgenie Johann Wolfgang von Goethe litt an Wetterfühligkeit und schrieb: „So arbeite ich bei hohem Barometerstand leichter als bei tiefem […]“

Viele Menschen leiden insbesondere bei schwül-warmem Wetter unter Problemen Mit dem Kreislauf. Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit gehören dann zu den häufigsten Symptomen.

Hinweis: Auch eisige Temperaturen können sich auf den Körper auswirken, wenngleich sie wesentlich seltener mit Kreislaufschwäche in Verbindung stehen. Bei Kälte häufen sich bei Medizinern vor allem die Beschwerden über schmerzende Gelenke. In Summe bezeichnet sich mehr als die Hälfte der Deutschen als wetterfühlig.

In der Medizin wird Wetterfühligkeit als Meteoropathie bezeichnet. Dahinter verbirgt sich die Anfälligkeit des vegetativen Nervensystems auf Wetterveränderungen. Wandelt sich etwa eine Hochdruckphase um in eine Tiefdruckphase, oder umgekehrt, kann das vegetative Nervensystem ins Wanken geraten.

Ob Meteoropathie tatsächlich zu Kreislaufbeschwerden oder anderen Begleiterscheinungen führt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Symptome können individuell sehr unterschiedlich sein. Von leichten Kopfschmerzen bis hin zu lang andauernden Schlafstörungen gibt es eine breite Palette an Ausprägungsformen. Mediziner raten Patienten daher häufig, bestimmte Wetterlagen und ihr eigenes Wohlbefinden zu beobachten und auf eventuelle Zusammenhänge zu achten.

Was hilft bei Problemen mit dem Kreislauf?

Ein niedriger Blutdruck allein ist in den meisten Fällen kein Behandlungsgrund. Erst wenn sich für den Betroffenen Einschränkungen im Alltag und der persönlichen Lebensqualität ergeben, besteht Handlungsbedarf. Im Folgenden verraten wir Ihnen, was Sie selbst bei Kreislaufbeschwerden tun können.

Lageveränderung

Treten bei aufrechter Körperhaltung (Orthostase) akute Beschwerden auf, kann eine Veränderung der Position schnell Abhilfe schaffen. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie sich hinlegen und die Beine dabei hochlagern.

Ist eine orthostatische Hypotonie verantwortlich für Ihre Kreislaufbeschwerden, sollten Sie aus der liegenden Position zunächst in eine sitzende wechseln, anstatt direkt aufzustehen. Das Aufstehen sollte dann langsam aus der aufrechten Sitzposition heraus erfolgen.

Kreislauf anregen

Mit Hilfe heiß-kalter Wechselduschen oder Fußbädern lässt sich Ihr Kreislauf anregen. Denselben Effekt erzielen Sie auch, indem Sie Ihre Unterarme in eiskaltes Wasser eintauchen.

Änderung der Lebensgewohnheiten

Schon einfache Maßnahmen genügen, um den eigenen Kreislauf dauerhaft zu stärken. Dazu zählt an erster Stelle regelmäßige körperliche Bewegung. Dabei sind einige Sportarten besonders gut für die Gesundheit. Eine ausgewogene Ernährung ist ebenso wichtig. Tendenziell neigen immer mehr Menschen dazu, nicht genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Insbesondere in den Sommermonaten ist dies jedoch enorm wichtig, um Kreislaufbeschwerden vorzubeugen.

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Medikamente

In einigen Fällen verschreiben Ärzte ihren Patienten blutdrucksteigernde Medikamente, sog. Antihypotonika. Ihre Anwendung erfolgt jedoch meist nur über einen kurzen Zeitraum hinweg oder bei besonders schweren Fällen von Kreislaufschwäche.

Fazit
Kreislaufprobleme sind beileibe keine Seltenheit – Wetterumschwünge sowie niedriger Blutdruck gelten als die häufigsten Ursachen. Die Symptome reichen von Übelkeit, Schwindel und Schweißausbrüchen bis hin zu langfristigen Einschränkungen wie Schlafstörungen und Depressionen. Vor allem Letztere machen eine Behandlung durch den Arzt erforderlich und sollten von den Betroffenen keineswegs ignoriert werden! Bei Akuten Kreislaufbeschwerden gibt es jedoch viele einfache Hausmittel und Methoden, mit denen Sie die Beschwerden lindern können.

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Bildquelle Titelbild: Vielen Dank an Myriams-Fotos für das Bild (© Myriams-Fotos/www.pixabay.com)

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