Konzentrationsschwäche

Konzentrationsschwäche: Was steckt dahinter?

Konzentrationsschwäche ist keine Seltenheit und kann viele Ursachen haben. Die meisten von ihnen sind völlig alltäglich und somit auch weitestgehend harmlos. Was es mit ihnen auf sich hat und wann sie wegen Ihrer Konzentrationsschwäche einen Arzt aufsuchen sollten, erfahren Sie im Folgenden.

Das Monats-Reporting liegt noch auf dem Schreibtisch. Während man gedanklich schon im Wochenende ist, klingelt permanent das Telefon. Nun blinkt am unteren Bildschirmrand auch schon die nächste E-Mail vom Kollegen auf – die Ablenkung ist perfekt. Dass wir uns in Situationen wie diesen nicht hundertprozentig auf eine Sache konzentrieren können, ist völlig normal und sollte kein Grund zur Besorgnis sein. Es gibt von Zeit zu Zeit jedoch auch längere Phasen mit einer Konzentrationsschwäche. Diese werfen bei den Betroffenen dann häufig auch die Frage auf, ob bereits ein Abbau der kognitiven Fähigkeiten einsetzt.

Konzentrationsschwäche: Wenn die Umwelt zur Ablenkung wird

In vielen Fällen neigen wir dazu, den Grund für eine Konzentrationsschwäche bei uns selbst zu suchen. Doch auch Umwelteinflüsse haben oft einen starken Einfluss auf unsere Fähigkeit, bei der Sache zu bleiben.

Ungünstiges Licht, Lärm, verbrauchte Luft im Zimmer oder Hitze sind klassische Störfaktoren im Büro. Letztere führt laut einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bei Dauereinwirkung zu einem erheblichen Leistungsabfall, bei dem vor allem die Konzentration beeinträchtigt ist.
Eine Konzentrationsschwäche kann jedoch auch das Ergebnis einer schlechten Tagesform sein. Leiden Sie unter Stress oder haben Sie schlecht geschlafen, zum Beispiel im Zuge einer Erkältung, reduziert sich in der Regel Ihre Aufnahmefähigkeit. Das gilt auch bei reichhaltigem Essen oder Alkoholkonsum.

Konzentrationsschwäche durch Umwelteinflüsse

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Konzentrationsschwäche: Die Rolle des Biorhythmus

In der Tierwelt gibt es tag- und nachtaktive Arten. Auch unser Biorhythmus kann sich vom einen Menschen zum anderen sehr stark unterscheiden. Allerdings sorgen allerlei Gesellschaftsnormen dafür, dass wir überwiegend tagaktiv sind.

Man unterscheidet in der Praxis zwischen sogenannten Lerchen und Eulen. Lerchen sind bereits direkt nach dem Aufstehen hellwach, wohingegen (Nacht-)Eulen erst nach Feierabend wirklich aufblühen und ihre Produktivität steigern. Eulen bevorzugen meist Schicht- und Nacharbeit, frühes Aufstehen dagegen behagt ihnen gar nicht.

Krankhafte Ursachen einer Konzentrationsschwäche

Hat sie krankhafte Ursachen, ist Konzentrationsschwäche per se meist eine Begleiterscheinung, die zusammen mit anderen Symptomen auftritt. Bei Demenz beispielsweise geht sie in der Regel mit Gedächtnis- und Orientierungsverlust einher. Nicht selten liegt die Ursache für eine Konzentrationsschwäche auch in einer Depression, für die weitere Symptome wie Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle und Schlaflosigkeit typisch sind.

Vom Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) betroffene Kinder und Erwachsene haben ebenfalls häufig Schwierigkeiten, sich gezielt auf eine Sache zu fokussieren. Sie gelten zudem als sehr risikofreudig, impulsiv und chaotisch.

Eine Konzentrationsschwäche kann jedoch auch die Folge rein körperlicher Ursachen sein. Hirnblutungen, Schädelhirntraumata oder Schlaganfälle beispielswiese beinhalten ein hohes Risiko von Konzentrationsverlust. Sie werden darüber hinaus auch von neurologischen Symptomen wie Empfindungsstörungen und Lähmungserscheinungen begleitet. Auch Migräne-Patienten klagen häufig über Konzentrationsschwäche.

Konzentrationsschwäche: Ab wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Wie eingangs schon erwähnt, gibt es für Konzentrationsschwäche verschiedenste Ursachen. Die meisten von ihnen sind einfach erklärbar und führen nicht zu einem längerfristigen Verlust der Konzentrationsfähigkeit.

Wenn Sie selbst in einer störungsfreien Umgebung anhaltende Probleme bei sich feststellen, sollten Sie diese hinterfragen und einen Arzt konsultieren. Auf mögliche Auslöser lässt sich oft schon durch ein genaues Beschwerdeabbild und eine Befragung seitens des Mediziners schließen. Für eine exaktere Diagnose finden außerdem körperliche Untersuchungen, Blutanalysen oder bildgebende Verfahren, zum Beispiel ein Schädel-MRT, Anwendung.

Konzentrationsschwäche Behandlung

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Übrigens: Für den Arzt ist es auch von Bedeutung, ob Sie von selbst kommen. Depressive Patienten neigen aus Furcht vor einer Demenz eher dazu, medizinische Beratung in Anspruch zu nehmen. Leiden Menschen dagegen tatsächlich an einer beginnenden Demenz, tun sie die Symptome oft ab und schlagen den Weg zum Arzt aus eigenen Stücken nicht ein. Sie erscheinen vorwiegend auf Drängen ihrer Angehörigen.

Konzentrationsschwäche bei Kindern

Da sie sich noch in der Entwicklung befinden, kann eine Konzentrationsschwäche für Kinder eine besondere Gefährdung sein. Oft macht sie sich nach der Einschulung bemerkbar, wenn das Kind unruhig, leicht abzulenken und außerstande ist, einer bestimmten Aufgabe zu folgen.

In diesem Fall sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Kind eine störungsfreie Umgebung hat. Dazu gehören genügend Schlaf, ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Viel Zeit vor dem PC, dem Fernseher oder mit dem Smartphone können sich ebenfalls kontraproduktiv auf die Konzentration auswirken.

Wenn die oben genannten Maßnahmen keine Besserung erzielen, sollten Sie ihr Kind einem Facharzt vorstellen, beispielsweise einem Kinder- und Jugendpsychiater.

Konzentrationsschwäche bei Kindern

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Behandlung nach der Ursache

Da die anhaltende Konzentrationsschwäche als Begleiterscheinung auftritt, wird von Medizinern in der Regel die Grunderkrankung behandelt.
Bei einer Depression können sie eine Psychotherapie und/oder Antidepressiva verordnen. Das Medikament Methylphenidat hat sich dagegen bei AHDS bewährt.

Wichtig: Sie sollten auf keinen Fall ohne ärztliche Beratung solche Medikamente einnehmen, nur um sich besser konzentrieren zu können. Oft haben sie zahlreiche, zum Teil stark ausgeprägte Nebenwirkungen.

Stattdessen raten Experten für eine dauerhafte Steigerung der Konzentrationsfähigkeit dazu, den eigenen Lebensstil anzupassen. Dazu gehören ggf. eine Umstellung der Ernährung, ausreichend lange Schlaf- und Ruhephasen, viel Bewegung und, soweit möglich, Sporttreiben.

Konzentrationsschwäche: Das sollten Sie trinken

Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend, um einer Konzentrationsschwäche vorzubeugen. Dabei spielt aber vor allem eine Rolle, was Sie trinken. Studenten beispielsweise schwören in ihren Lernphasen auf Kaffee. Das in ihm enthaltene Koffein erweitert die Blutgefäße, gleichzeitig regt Kaffeegenuss die Ausschüttung von Adrenalin an. Diese Kombination führt zu einem Aufputscheffekt, der die Leistungsfähigkeit steigern kann. Doch Vorsicht, es gilt: „Die Dosis macht das Gift.“ Schon ab 3-4 Tassen täglich kann sich der positive Effekt des Kaffees ins Gegenteil verkehren. Die Folge sind Nervosität und Aufgeregtheit.

Eine gesunde Alternative zu Koffein ist das in schwarzem und grünem Tee enthaltene Tein. Dieser artverwandte Stoff (Alkaloid) erzielt wie Koffein ebenfalls einen Aufputscheffekt, ist aber verträglicher.

Tee gegen Konzentrationsschwäche

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Soll der Tee als Muntermacher dienen, ist seine Ziehzeit von entscheidender Bedeutung. Beim Übergießen mit heißem Wasser wird das im Tee enthaltene Tein schon innerhalb der ersten 1-3 Minuten freigesetzt. Gerbstoffe, die das Tein binden, seine Wirkung hemmen und dem Tee eine eher beruhigende Wirkung verleihen, werden dagegen erst nach vier Minuten freigesetzt. Länger als drei Minuten sollte der Tee als Mittel gegen die Konzentrationsschwäche daher nicht ziehen.

Konzentrationsübungen

Nüchtern betrachtet ist das Gehirn ein Muskel, dieser lässt sich in Maßen trainieren. Dafür ist es wichtig, dass Sie Ihr Gehirn regelmäßig beanspruchen. Wenn Sie im Studium oder in der Schulzeit eine längere Lernphase hatten, kommt Ihnen dieses Phänomen sicher vertraut vor: Während Sie anfangs noch Probleme hatten, sich auf den Stoff zu konzentrieren, fallen stundenlange Lerneinheiten mit zunehmender Dauer der Prüfungsvorbereitung zusehends leichter.

Sie müssen aber kein Schüler oder Student sein, um Ihr Gedächtnis zu trainieren. Unter den zahlreichen Gesundheits-Apps im Netz finden sich auch viele Anwendungen, die speziell für das sog. „Gehirn-Jogging“ entwickelt wurden.

Sollten Stress oder andere Anspannungen die Ursache für Konzentrationsstörungen sein, helfen unter Umständen auch Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.

Fazit
Kurzzeitige Konzentrationsstörungen sind oft eine Sache der Tagesform oder durch Ihre Umwelt bedingt. Hält eine Konzentrationsschwäche länger an, kann dies ein besorgniserregender Zustand sein, bei dem Sie im Zweifel einen Arzt aufsuchen sollten. Schließlich kann die Beeinträchtigung Ihrer Konzentrationsfähigkeit auch ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung sein.

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