die häufigsten Krankheiten in Deutschland

Volkskrankheiten: Die häufigsten Krankheiten in Deutschland

Dazu, welche Erkrankungen in Deutschland am meisten auftreten gibt es eindeutige Zahlen – Wir haben uns mit den drei häufigsten Krankheiten in Deutschland auseinandergesetzt, Ursachen und mögliche Hilfen recherchiert.

Was sind Volkskrankheiten?

Als sog. „Volkskrankheiten“ gelten diejenigen Erkrankungen, die mit einer überdurchschnittlichen Inzidenz, also einer erhöhten Anzahl an Neuerkrankungen, einhergehen. Eine wissenschaftlich eindeutige Definition allerdings existiert nicht. Deshalb kann auch schnell von einer „neuen Volkskrankheit“ die Rede sein, wenn Krankenkassen mal wieder eine erhöhte Anzahl der durchschnittlichen Krankentage zu vermelden haben. Dass womöglich dieselbe oder gar eine geringere Anzahl an Personen häufiger krank ist, fällt dabei bei solchen Verlautbarungen gerne unter den Tisch.

„Echte“ Volkskrankheiten sind in Wirklichkeit kein Phänomen von kurzer Dauer – und daher auch nur bedingt medienwirksam. Gesundheitsökonomisch sind sie aber derart von Bedeutung, dass sie im Fokus der Gesundheitspolitik und -vorsorge stehen.

Die drei häufigsten Krankheiten in Deutschland sind nach einem Artikel der Gesellschaft für Verbraucherinformation und einer Untersuchung des Zentralinstitutes für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland die Folgenden: Bluthochdruck, Rückenschmerzen und Fettstoffwechselstörungen. Wir haben die grundlegendsten Informationen zu diesen drei Volkskrankheiten der Deutschen zusammengetragen.

Volkskrankheit Nummer 1: Bluthochdruck

Bluthochdruck zählt nicht nur zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland sonder ist sogar die Volkskrankheit Nr. 1 und es gibt eine ganze Fülle an Informationen zu Ursachen, Behandlung und Symptomen, die wir an dieser Stelle zusammenfassen. Dabei ist dieser Artikel natürlich kein Ersatz für ein Beratungsgespräch beim Arzt, hier handelt es sich wirklich nur um die grundlegendsten Informationen.

Ursachen von Bluthochdruck

Grundsätzlich ist es so, dass Bluthochdruck durch eine Versteifung und Verdickung der Gefäßwände entsteht. Das Blut kann sich somit schwieriger als normalerweise durch den Blutkreislauf, durch Arterien und Adern, bewegen.

Bisher kann die Medizin nicht exakt bestimmen, wieso manche Menschen eher zum Bluthochdruck neigen als andere, wobei es aber einige seit langem bekannte Faktoren gibt, die die Erkrankung fördern können und schuld sind, dass diese zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland zählt. So zum Beispiel Übergewicht, Rauchen, Stress und Bewegungsmangel. Besonders der letzte Punkt ist in den vergangenen Jahren zu einem immer größeren Problem geworden, da die Zahl an Menschen, die einen Großteil ihres Alltags an einem Schreibtisch verbringen, stetig steigt. Dies lässt sich auch insgesamt an den häufigsten Krankheiten in Deutschland ablesen. So ist es heute meist notwendig, sich im Ausgleich zum Beruf möglichst viel in der Freizeit zu bewegen. Auch fehlende Mobilität im Alter kann hier zum Problem werden.

Volkskrankheit Bluthochdruck: Behandlung

Auf der einen Seite gibt es eine ganze Reihe von seit Jahren bewährten Arzneimitteln, die bei Bluthochdruck Abhilfe schaffen, andererseits gibt es auch alternative Methoden, die sich immer wieder als erfolgreich erweisen. Dabei stehen die richtige Methode und die Ursache in direktem Zusammenhang. Wenn der Bluthochdruck zum Beispiel auf Stress zurückzuführen ist, könnte autogenes Training hilfreich sein, kommt der Bluthochdruck aber von schwerem Übergewicht, wird dies weniger helfen und eine gesunde Ernährung könnte der richtige Lösungsansatz sein.

Medikamente bei Bluthochdruck

Die am häufigsten gebrauchten Medikamente zur Senkung des Blutdrucks sind Diuretika, ACE-Hemmer, AT-1-Rezeptor-Antagonisten, ein Reninantagonist, Betablocker und Kalziumantagonisten. Welche Medikamente zum Einsatz kommen wird nach Schwere der Erkrankung, Nebenwirkungen, möglichen Allergien etc. entschieden.

Diuretika werden selten alleine eingesetzt, sie eigenen sich stattdessen vor allem, um die Wirkung anderer Blutdrucksenker zu verstärken.

ACE-Hemmer, AT-1 Rezeptorantagonisten und Reninantagonist Aliskiren senken den Blutdruck, indem sie in das körpereigene, sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteron-System eingreifen.

Betablocker sind wahrscheinlich die bekanntesten Medikamente unter den blutdrucksenkenden Substanzen. Die Betablocker funktionieren dadurch, dass sie den Organismus vor der Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin schützen. Diese beschleunigen normalerweise Herzschlag und erhöhen den Blutdruck, was bei einem Bluthochdruckpatienten möglichst vermieden werden sollte.

Kalziumantagonisten verlangsamen den Einstrom von Kalzium in die Zellen und entspannen die Gefäßmuskulatur, dadurch erhöhen sie die durch die Erkrankung eingeschränkte Elastizität der Gefäße wieder.

Alternative Methoden zur Behandlung der Volkskrankheit Bluthochdruck

Bei starkem Bluthochdruck ist ein Arztbesuch natürlich unerlässlich und wahrscheinlich müssen hier auch eingenommen werden, es gibt aber Methoden, mit denen man zu einem gewissen Grad selbst gegen die Erkrankung angehen kann.

Therapie/Autogenes Training

Stress und Bluthochdruck können direkt zusammenhängen und in diesem Fall haben sich für viele Menschen alternative Ansätze bewährt. Mögliche Therapien sind zum Beispiel Akkupunktur oder Verhaltenstherapien, die einen besseren Umgang mit Stress ermöglichen.

Autogenes Training verhilft über bewusste Muskelanspannung dazu, den Körper insgesamt zu entspannen und Verspannungen zu lösen.

Sport

Eine der Methoden, die sich am deutlichsten auf den Blutdruck auswirken und die auch bei schweren Fällen von den meisten Ärzten empfohlen wird sind Bewegung und Sport. Dabei können schon drei Stunden Spazieren gehen in der Woche einen positiven Effekt haben, die deutlichsten blutdrucksenkenden Auswirkungen haben etwa vier Stunden leichter Ausdauersport – also leichtes Joggen, Radfahren oder Schwimmen – in der Woche.

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Volkskrankheit Nummer 2: Rückenschmerzen

Ebenfalls in direktem Zusammenhang mit dem Zunehmen an Bildschirmarbeitsplätzen steht die explosive Zunahme von Rückenbeschwerden in den letzten Jahren. Auch diese gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Etwa 24% der Deutschen leiden zu einem gewissen Grad an einer Form von Rückenschmerzen, also jeder vierte.

Ursachen von Rückenschmerzen

Die Hauptursachen von Rückenschmerzen sind einmal strapazierte oder verspannte Muskeln und auf der anderen Seite Verschleiß von Wirbelsäule und Bandscheiben. Mögliche Ursachen dafür, dass Rückenschmerzen zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland zählen, können zum Beispiel ein sehr bewegungsarmer Alltag – also zum Beispiel durch Büroarbeit – oder eine körperlich sehr belastende Arbeit mit ständig gleichen Bewegungsabläufen sein.

Formen von Rückenschmerzen als Volkskrankheit

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal von Rückenschmerzen ist deren zeitlicher Verlauf. So unterscheidet man zwischen akuten, subakuten und chronischen Rückenleiden. Als akut eingestuft werden die Schmerzen, wenn sie nur vereinzelt auftreten, chronische Rückenschmerzen werden diagnostiziert, wenn diese länger als 12 Wochen anhalten. Subakute Rückenschmerzen werden dazwischen verortet. Ihre Dauer beträgt etwa 6 Wochen.

Ebenfalls wichtig zur Diagnose der Volkskrankheit Rückenschmerzen ist die Häufigkeit der Schmerzen. Ob zum Beispiel akute Rückenschmerzen nur alle paar Wochen oder alle paar Tage auftreten. Ein weiteres Kriterium ist der Grad der Schmerzen: Sind die Beschwerden nur leicht störend im Alltag oder ist kaum noch Bewegung möglich? Außerdem wird ein Arzt noch versuchen festzustellen, wo die Schmerzen lokalisiert sind – im unteren, mittleren oder oberen Rücken.

Über diese Kriterien wird festgestellt, ob es sich um spezifische oder unspezifische Rückenschmerzen handelt. Unspezifische Rückenschmerzen haben allgemein mit Verspannungen oder Überbelastung der Muskulatur zu tun und werden in dem Sinne noch nicht als Erkrankung gesehen. Spezifische Rückenschmerzen liegen vor, wenn zum Beispiel Verschleiß der Bandscheiben oder Verletzungen nachweisbar sind, die diese auslösen.

Behandlung von Rückenschmerzen

Die Therapiemöglichkeiten sind bei Rückenschmerzen extrem vielseitig und orientieren sich einerseits am Grad der Erkrankung und anderseits daran, ob es sich um spezifische oder unspezifische Rückenschmerzen handelt. Mehr Informationen zu Rückenschmerzen erhalten Sie in einem separaten Artikel.

©chaplins77/pixabay.de

Spezifische Rückenscherzen

Bei spezifischen Rückenschmerzen, zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall oder Arthrose, sind zunächst ausführliche körperliche Untersuchungen nötig, um die Ursache der Schmerzen zu finden. Die Behandlung kann dann, je nach Erkrankung, von einer gezielten Physiotherapie über medikamentöse Behandlung bis zu operativen Eingriffen gehen. So kann es zum Beispiel bei Arthrose schon viel helfen, die die umgebenden Muskeln der betroffenen Gelenke aufzubauen, bei Bandscheibenvorfällen ist häufig eine Operation nötig.

Unspezifische Rückenscherzen

Rühren die Schmerzen vor allem von einer verspannten bzw. überanstrengten Muskulatur oder von leichter Arthrose bzw. Abnutzungserscheinungen her, sollte ein operativer Eingriff immer nur als letzte Methode gewählte werden. Manch einem mag hier schon ein ausführlicher Spaziergang dreimal die Woche genügen, Yoga kann ebenfalls entspannend auf die Muskulatur wirken. Insgesamt gibt es viele Möglichkeiten, die Rückenmuskulatur zu stärken und viele davon lassen sich in den eigenen vier Wänden durchführen. Trotzdem ist auch hier ein Arztbesuch zu empfehlen, alleine schon, weil dieser einem Physiotherapie verschreiben kann, bei der man schon bei ein paar Besuchen wichtige Übungen lernt, die man dann später auch alleine durchführen kann.

Volkskrankheit Nummer 3: Fettstoffwechselstörungen

Die letzte unter den drei häufigsten Krankheiten in Deutschland, auch unter dem Namen Dyslipidämie bekannt, ist die Fettstoffwechselstörung. Allgemein geht es bei dieser um problematische Abweichungen beim Cholesterin- und/oder Triglyceridspiegel. Zeigen sich die entsprechenden Werte erhöht, deutet dies auf ein Problem bei Fetttransport, -verarbeitung und -herstellung hin.

Ursachen von Fettstoffwechselstörungen

Wie bei den meisten Krankheiten ist natürlich genetische Veranlagung ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Fettstoffwechselstörungen aber auch andere, zugrundeliegende Krankheiten oder der allgemeine Lebensstil bzw. die Ernährung können Auslöser der Probleme sein. Außerdem unterscheidet man zwei Arten der Erkrankung: von der primären Form der Fettstoffwechselstörung spricht man, wenn diese genetische bedingt ist, von der sekundären, wenn sie begleitend zu anderen Grunderkrankungen wie Diabetes auftritt.

Die wichtigsten Faktoren und Hilfe bei der Volkskrankheit Fettstoffwechselstörung

Genetik: Nach aktuellen Forschungsergebnissen sind in etwa 60 bis 70 Prozent der Blutfettwerte genetisch bedingt. Leider kann man an seinen genetischen Voraussetzungen natürlich nichts ändern, aber eine frühe Untersuchung der Blutwerte kann zumindest offenlegen, ob man ein Risikopatient ist und deswegen besonders aufmerksam sein sollte, was die folgenden Punkte betrifft.

Ernährung: Eine an gesättigten Fettsäuren reiche Ernährung wirkt sich negativ auf den Cholesterinspiegel aus, wogegen ungesättigte Fettsäuren den Wert positiv beeinflussen können. So sollte man zum Beispiel versuchen, seinen Konsum an tierischem Fett zu reduzieren und mehr zu Obst und Gemüse greifen.

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Bewegung und Sport: Der Cholesterinwert wird zwar nur wenig durch sportliche Betätigung beeinflusst aber der ebenfalls wichtige Triglyceridwert geht bei regelmäßiger Bewegung deutlich nach unten. Wie bei den vorherigen Erkrankungen kann Sport also durchaus hilfreich sein.

Fazit zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland
Wie sich zeigt, haben alle der hier aufgeführten „Volkskrankheiten“ viel mit unseren Lebensumständen und unserem Verhalten zu tun. Zwar sind dies nie die einzigen aber doch immer entscheidende Faktoren unter den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Unsere Lebens- und Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert und wir müssen unser verhalten dementsprechend so weit wie möglich anpassen, wenn wir unseren Körper gesund halten wollen.

Bildquelle: Vielen Dank an Geralt für das Bild (© Geralt/www.pixabay.de)

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