gefälschte Medikamente

Gefälschte Medikamente und Arzneimittel – wie groß ist die Gefahr wirklich?

Immer wieder machen gefälschte Medikamente Schlagzeilen und verunsichern Verbraucher. Kann ich meiner Apotheke noch vertrauen, und wie gefährlich ist es, Medikamente bei Online Apotheken zu bestellen? Hier finden Sie Tipps und Tricks rund um das Thema gefälschte Arzneimittel.

Verbreitung gefälschter Arzneimittel

Es gibt eigentlich keinen Grund zur Panik in Deutschland – im Vergleich zu anderen Ländern ist die Zahl der gefälschten Medikamente sehr gering, diese wird auf knapp 1% geschätzt. Weltweit sind circa 10% aller Medikamente gefälscht. Diese kommen hauptsächlich in Ländern vor, in denen die Gesundheitsversorgung knapp und die Medikamentenkontrolle schlecht ist. So lassen sich gefälschten Medikamente am häufigsten in Entwicklungsländern finden, vor allem dringend benötigte und teure Medikamente wie Antibiotika, Arzneimittel für Chemotherapie, Malaria, Tuberkulose und AIDS werden gefälscht. In Dritte-Welt-Ländern kommt es so jährlich zu zahlreichen Todesfällen wegen Nichtbehandlung oder Falschbehandlung von Krankheiten. 90% der gefälschten Arzneimittel stammen aus Indien. Hauptanreiz zur Herstellung von Medikamenten für die Menschen dort ist Armut. Denn die Produktion von Medikamenten ist billig, der Bedarf ist hoch, in Indien gibt es kaum Strafgesetzte diesbezüglich, und die Arzneimittel lassen sich einfach übers Internet weltweit verkaufen. In der westlichen Welt hingegen sind die gefälschten Medikamente hauptsächlich Lifestyle-Produkte wie Schlankheitsmittel oder Viagra. Doch durch strenge Gesetzgebung und Medikamentenkontrolle haben Fälscher es sehr viel schwerer, gefälschte Medikamente auf dem deutschen Markt zu etablieren.

gefälschte Medikamente

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Welche Medikamente werden gefälscht?

Grundsätzlich werden alle Arten von Medikamente gefälscht. Hierbei geht es für die Fälscher um ein Millionen-Geschäft, denn Arzneimittel sind im Preis steigend, für viele Menschen überlebenswichtig und ein vielgekauftes Produkt. Gerade im Internet tummeln sich Seiten mit Angeboten für billige und rezeptfreie Medikamente. Im Online Versand nicht registrierter und unseriöser Online-Apotheken finden sich die meisten solcher gefälschten Arzneimittel. Aber ab und an finden sich gefälschte Medikamente auch in Apotheken.

Am häufigsten werden teure Arzneimittel, wie Mittel gegen Krebs, HIV oder Malaria, gefälscht, da sich hiermit am meisten Geld machen lässt. Billigere Produkte, wie Kopfschmerztabletten oder Erkältungsmittel, lohnen sich für die Fälscher kaum, so dass sich darunter nur selten ein schwarzes Schaf befindet. Oft handelt es sich bei gefälschten Arzneimitteln aber auch um Lifestyle-Produkte, wie etwa Potenzmittel, Schlankheitsmittel oder Haarwuchsmittel. Erkrankte bestellen oft aus Scham anonym im Internet, anstatt sich vom Arzt ein Rezept ausschreiben zu lassen und zu einer Apotheke vor Ort zu gehen.

gefälschte Arzneimittel erkennen

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Wie gefährlich sind gefälschte Medikamente?

Tatsächlich ist es schwer einzuschätzen, wie gefährlich gefälschte Arzneimittel wirklich sind. Unter gefälschte Medikamente fallen solche ohne Wirkstoff, mit falschem Wirkstoff, mit zu wenig oder gestrecktem Wirkstoff oder mit gefälschter Verpackung oder Beipackzettel.

Falsche, harmlose Inhaltsstoffe können unter anderem Backpulver, Sägemehl, Kreide oder gefärbtes Wasser sein. Im günstigen Fall sind die Konsequenzen für den Konsumenten das Ausbleiben der medizinischen Wirkung. Auch wenn sich dies erst einmal nicht sehr bedenklich anhört, so kann es doch lebensgefährlich werden, wenn Sie beispielsweise ein bestimmtes Medikament dringend benötigen und nur ein wirkungsloses erhalten. Andererseits finden Sie in gefälschten Arzneimitteln auch bedenklichere und sogar giftige Stoffe, wie beispielsweise Lösungsmittel. Diese können unerwartete Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen oder die Verschlechterung des Gesundheitszustandes hervorrufen, im Schlimmsten Fall sogar zum Tode führen. Bei der Fälschung von Medikamenten muss die Gefährdung oder im schlimmsten Fall der Tod vieler Menschen in Kauf genommen werden. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass bereits rund 1 Million Menschen an gefälschten Medikamenten gestorben sind.

sind gefälschte Medikamente gefährlich

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Wie erkenne ich gefälschte Arzneimittel?

Es ist tatsächlich nicht so leicht, gefälschte Medikamente zu erkennen. Diese sind oft so gut gefälscht, dass sich auf den ersten Blick hinsichtlich Verpackung und Medikament keine Unterschiede zum Original erkennen lassen. Um sicher zu gehen, sollten Sie ihre Arzneimittel bevorzugt bei Apotheken kaufen und nicht im Online-Versand. Aber auch hier können sich gefälschte Produkte einschleichen. Ein erster wichtiger Hinweis: In Deutschland müssen Medikamente verschweißt verkauft werden, Sie sollten also nie unverschweißte Arzneimittel erwerben. Außerdem sollten Sie die Verpackung und den Beipackzettel genauer ansehen. Sind Rechtschreibfehler zu finden, Namen falsch geschrieben, oder sieht die Verpackung anders aus als sonst? Besteht die Verpackung aus schwächerem Material als üblich? Auch das Medikament (Tablette, Flüssigkeit, Gel ) sollten Sie sich genauer ansehen. Sieht es anders aus als sonst, hat eine andere Form, Farbe, Konsistenz, oder riecht gar anders? Sobald Ihnen etwas komisch vorkommt, zögern Sie nicht, in der Apotheke Ihres Vertrauens um Rat zu fragen. Tipp: Wenn Ihr Medikament eine komische Konsistenz aufweist, kann es auch sein, dass es abgelaufen ist. Sobald Ihr Medikament abgelaufen ist, sollten Sie dies entsorgen, um unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen. So entsorgen Sie abgelaufene Medikamente richtig.

Was machen Pharmafirmen gegen gefälschte Medikamente?

Mehrere Pharmafirmen haben das Problem gefälschter Medikamente erkannt und sich zusammengeschlossen, um Patienten einen verbesserten Schutz vor gefälschten Arzneimitteln zu gewährleisten. Das „securPharm-Projekt“ wurde ins Leben gerufen; eine Initiative zum Schutz des deutschen Arzneimittelvertriebs vor dem Eindringen gefälschter Arzneimittel.
Voraussichtlich ab dem 09.02.2019 dürfen in Deutschland verschreibungspflichtige Medikamente nur noch mit einer individuellen Seriennummer auf den Markt gebracht werden. Beim Kauf eines Medikaments wird diese dann gescannt und mit einer Datenbank abgeglichen, die alle vergebenen Seriennummern enthält. Wird festgestellt, dass die Seriennummer schon einmal verkauft wurde oder noch gar nicht vergeben ist, so erscheint eine Warnung. Außerdem soll ein Erstöffnungsschutz bei jedem Medikament enthalten sein, an dem zu erkennen ist, dass die Verpackung auf dem Vertriebsweg nicht geöffnet wurde. So wird garantiert, dass auch nur in der Industrie gefertigte Arzneimittel in den Verkauf gelangen und gefälschte Medikamente sich nicht mehr auf unter den legalen Markt mischen können.

Das „securPharm-Projekt“ soll jedoch nur für verschreibungspflichtige Medikamente erfolgen. Rezeptfreie Arzneimittel, wie Kopfschmerzmittel oder Lifestyle-Produkte, können so immer noch gefälscht werden. Außerdem werden dabei nicht die Inhaltsstoffe der Medizin geprüft, sondern lediglich die Seriennummer der Verpackung. Auch wenn es wie eine sichere Methode zur Prüfung des Ursprungs des Arzneimittels scheint, bleibt abzuwarten, ob es den Fälschern nicht auch gelingt, das System mit den Seriennummern zu umgehen.

secure Pharm Projekt

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Finden sich auch in Apotheken gefälschte Arzneimittel?

Es tauchen zwar auch immer wieder gefälschte Medikamente in legalen Lieferketten auf, doch der Prozentsatz ist deutlich geringer als bei Online Apotheken. Fälscher haben es durch strenge Kontrollen von staatlicher Seite und von Apothekern sehr viel schwieriger, die gefälschten Arzneimittel in die Lieferkette zu schmuggeln. Im Internet lassen sich solche Kontrollen viel einfacher umgehen. Grundsätzlich sind Sie beim Kauf ihres Medikaments in der Apotheke Ihres Vertrauens sicherer als beim Bestellen bei Online Apotheken.

Ist es gefährlich, Medikamente online zu bestellen?

Die meisten gefälschten Arzneimittel stammen tatsächlich vom Online Versand. Denn dort sind die Sicherheitslücken besonders groß, ausländische Händler können so das deutsche Rechtssystem und eine Medikamentenkontrolle umgehen. Deswegen ist vor allem hier Vorsicht geboten. Doch das bedeutet nicht, dass Sie nun nicht mehr über Online Apotheken bestellen können. Wenn Sie einige Dinge beachten und beim Online Shoppen genau hinsehen, können Sie unseriöse von seriösen Online Apotheken unterscheiden. Hier finden Sie 6 Tipps für einen sicheren Online Apotheken Einkauf.

Tipps für einen sicheren Online Apotheken Einkauf – so können Sie sich schützen

  1. Impressum beachten: Falls Sie einen eindeutigen Firmensitz in Deutschland oder Ausland mit Kontaktmöglichkeit finden, ist das ein guter Hinweis. Im Zweifel kontaktieren.

  2. EU-Sicherheitssiegel genau beachten: Seriöse Online Apotheken müssen seit 2015 ein EU-Sicherheitslogo auf Ihrer Homepage vorweisen. Doch Vorsicht – dies kann auch gefälscht werden. Schauen Sie sich dieses also genau an, ob es nicht Abweichungen zum Original-Siegel aufweist. In unserem Online-Apotheken-Vergleich finden Sie ausschließlich Apotheken mit dem EU-Sicherheitssiegel

  3. Einhalten der Rezeptflicht sollte gegeben sein: Deutschland ist eines der wenigen Länder in der EU, welche den Versand von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln genehmigt – aber nur mit einem vom Arzt ausgestelltem Rezept. Falls dies nicht verlangt wird, ist dies ein Hinweis darauf, dass der Händler die deutsche Rechtslage umgehen will, Finger weg davon!

  4. besonders billige Medikamente: Die Preise für Medikamente können sich im Online Versand durchaus von den Apotheker-Preisen unterscheiden, denn dort gilt nicht die Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente. Dennoch, gute Medikamente haben auch ihren Preis, dieser sollte nicht gravierend vom Preis in der Apotheke abweichen!

  5. lange Lieferdauer: Ist eine Lieferzeit von mehr als 3 Werktage angegeben, bedeutet dies, dass das Medikament von weit weg geliefert wird. Lieber nicht!

  6. Medikament, Verpackung und Beipackzettel genau anschauen: Scheint alles in Ordnung zu sein, sollte trotzdem bei Lieferung das Medikament samt Verpackung auf Auffälligkeiten wie Rechtschreibfehler, Unterschiede zum „Original“ , wie z.B. andere Konsistenz etc. untersucht werden.

Fazit
In Deutschland ist die Gefahr, gefälschte Medikamente zu erhalten, sehr gering. Am sichersten ist es, Ihre Medikamente in der Apotheke Ihres Vertrauens zu kaufen. Die meisten gefälschten Arzneimittel finden sich im Online Versand, doch auch hier kann man sicher einkaufen, wenn man die Tipps von uns beachtet.

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