Abgelaufene Medikamente entsorgen

Abgelaufene Medikamente entsorgen

Sie kennen es sicherlich auch – ihr Medikament ist abgelaufen und muss entsorgt werden. Doch woran erkennen Sie ein abgelaufenes Medikament, wo können Sie abgelaufene Medikamente entsorgen, und welche Folgen haben falsch entsorgte Medikamente auf unsere Umwelt? In diesem Artikel finden Sie alle relevanten Informationen rund um das Thema Entsorgung abgelaufener Medikamente.

Medikamente sind eines der wichtigsten Erfindungen der Menschheit und oft lebensrettend – doch sie stellen auch eine Belastung für unsere Umwelt dar. Wann Sie abgelaufene Medikamente entsorgen sollten und wie sie das am Besten -und umweltschonendsten- machen, erfahren Sie hier.

Woran merken Sie, dass Medikamente abgelaufen sind?

Ob das Medikament bereits angebrochen ist oder nicht, und auch wenn Sie ihr Arzneimittel richtig eingenommen haben: Es gibt einige Anzeichen, an denen Sie festmachen können, ob das Medikament noch verwendbar ist oder umgehend entsorgt werden muss. Hinweise dafür, dass ein Medikament abgelaufen ist, sind unter anderem:

• Verflüssigung und Verfärbung bei Gelen, Salben, Zäpfchen
• Verfärbungen, Kristallbildung oder Zerfall bei Tabletten
• aufgeblähte Verpackung
• ungewöhnlicher Geruch und Geschmack
• Ausflockung oder Trübung einer Flüssigkeit

Allerdings sollten Sie beachten, dass es viele verschiedene Arten von Medikamenten und Arzneimitteln gibt. Nicht allen ist eine Veränderung bei Ablauf der Haltbarkeit anzumerken. Deshalb gilt gerade bei Medikamenten die Faustregel: Sobald das Mindesthaltbarkeitsdatums überschritten ist, sollten sie nicht mehr benutzt und umgehend entsorgt werden.

Wieso sollten Sie abgelaufene Medikamente entsorgen?

Was passiert eigentlich nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums mit einem Medikament? So einfach kann man das gar nicht sagen, denn es gibt eine breite Produktpalette an Medikamenten. Arzneimittel gibt es in Tablettenform, z.B. Aspirin, in Cremes oder als Flüssigkeit. Und je nach Aggregatszustand, Inhaltsstoffen und Zusammensetzung werden die chemischen Stoffe in verschiedenen Arzneimitteln unterschiedlich abgebaut. Dadurch ergeben sich Haltbarkeitsdatum sowie Abbaureaktion. Was genau beim Stoffabbau eines Medikaments passiert, kann man nur für jedes Arzneimittel einzeln bestimmen. Die Wirkung des Produkts kann andauern, sich steigern, im Laufe der Zeit seine Wirksamkeit verlieren oder sogar gefährlich werden. Teilweise können beim Abbau Stoffe entstehen, die für den Menschen schädlich und sogar krebserregend wirken können. Aus rechtlichen Gründen wird daher auch kein Hersteller empfehlen, ein Medikament länger als das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum zu verwenden.

Auch für Sie – lieber Hände weg von abgelaufenen Medikamenten. Denn die Wirkung nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums ist nicht genau vorhersehbar. Deswegen sollten Sie auch regelmäßig ihre Hausapotheke auf abgelaufene Medikamente überprüfen.

Wo können Sie abgelaufene Medikamente entsorgen?

Nun haben Sie festgestellt, dass ihr Medikament abgelaufen ist und entsorgt werden muss. Doch wohin damit?

Zuerst sollten Sie den Verpackungszettel des Medikaments aufmerksam durchlesen, bei manchen Medikamenten (z.B. bei Behandlung von Krebs) ist eine gesonderte Entsorgung zu beachten.

Und dann stellt sich die Frage: soll mein Medikament mit oder ohne Verpackung entsorgt werden? Im Allgemeinen: feste Arzneimittel wie Tabletten in Plastik-, oder Papierverpackung sollten von dieser getrennt werden und diese ordnungsgemäß entsorgt werden, flüssige und gelartige Medikamente können im Ganzen entsorgt werden.

Grundsätzlich gibt es für abgelaufene Medikamente drei Möglichkeiten, diese zu entsorgen:

Abgelaufene Medikamente entsorgen: Restmüll

Am bequemsten ist diese Variante: Sie können abgelaufene Medikamente einfach im Restmüll entsorgen. Denn Siedlungsabfall in Deutschland wird zuerst in Müllverbrennungsanlagen verbrannt oder mechanisch-biologisch behandelt, bevor er in Deponien gelagert wird. Dadurch werden die meisten der enthaltenen Schadstoffe vernichtet oder deaktiviert. Mülldeponien haben außerdem Abdichtungssysteme, sodass übriggebliebene Schadstoffreste keinen Kontakt zum Grundwasser haben.

Eine Freisetzung von Schadstoffen durch die Anlagen kann aber nicht zu 100% vermieden werden. Außerdem wird in Deutschland versucht, Restmüll so gering wie möglich zu halten, da diese Technologie von fragwürdigem ökologischem Nutzen ist. Doch abgelaufene Medikamente können nur schlecht recycelt oder abgebaut werden, weswegen die Müllverbrennungsanlage in diesem Falle der beste Weg der Entsorgung und Schadstoffverringerung ist.

abgelaufene Medikamente entsorgen im Restmüll

Abgelaufene Medikamente entsorgenen: Schadstoffsammelstellen

Eine weitere Möglichkeit, abgelaufene Medikamente zu entsorgen, sind lokale Schadstoffsammelstellen. Dazu sollten Sie sich bei ihrer Kommune schlaumachen, wo diese zu finden sind und welche Schadstoffe dort angenommen werden.

Abgelaufene Medikamente entsorgen: Apotheke

Auch Apotheken bieten oft als Serviceleistung die Rücknahme von abgelaufenen Medikamenten an. Doch sie sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, diese anzunehmen. Deswegen sollten Sie vorher lieber bei ihrem Apotheker nachfragen. Online-Apotheken wie die Shop-Apotheke, DocMorris oder apo discounter bieten diesen Service nur in Ausnahmefällen an.

Abgelaufene Medikamente entsorgen: so bitte nicht!

Auf keinen Fall sollten Sie ihre abgelaufenen Medikamente in die Toilette oder im Waschbecken entsorgen. Außerdem sollte die alte Arznei auch wirklich nur im Restmüll landen und in keiner anderen Tonne! Denn andernfalls gelangen die Inhaltsstoffe sofort ins Grundwasser oder in die Umwelt und können katastrophale Auswirkungen haben.

Welche Folgen hat die falsche Entsorgung abgelaufener Medikamente?

Es lassen sich mittlerweile vermehrt Spuren von Medikamenten-Rückstände in unserer Umwelt nachweisen. Ursachen hiervon sind unter anderem falsch entsorgte Arzneimittel. Außerdem gelangt ein Teil der Arzneimittelwirkstoffe trotz ordnungsgemäßer Entsorgung abgelaufener Medikamente in die Umwelt- durch den menschlichen Ausscheidungsprozess. Ein weiteres Problem ist die hohe Menge an Arzneimittel, die für die Massentierhaltung eingesetzt wird.

Sobald diese Stoffe ins Grundwasser oder in die Umwelt gelangen, gelangen sie in den natürlichen Kreislauf und können kaum wieder herausgefiltert werden. Arzneimittelwirkstoffe sind biologisch hoch aktive Stoffe, die gezielt auf anderen Organismen wirken können. Wie genau medizinische Stoffe Einfluss auf die Umwelt nehmen, muss noch untersucht werden. Doch es gibt bereits zahlreiche Beispiele von Veränderungen in der Umwelt aufgrund von Arzneimittelrückständen. Vor allem bei Fischen lassen sich Fehlentwicklungen feststellen, da sich die Wirkstoffe hauptsächlich im Wasser konzentrieren. Bekannt sind auch Antibiotika-Resistenzen, die auf Grund einer zu hohen Konzentration von Antibiotika in der Umwelt entstehen. Sind diese Stoffe erst einmal im natürlichen Kreislauf, so sind auch wir Menschen betroffen, da wir Teil der Nahrungskette sind.

Sie tun der Umwelt und sich selbst also einen Gefallen, wenn Sie ihre abgelaufenen Medikamente entsorgen – und zwar richtig. Somit tragen Sie dazu bei, die Schadstoffbelastung des Grundwassers und der Umwelt zu verringern.

Fazit
Medikamente sind die Helfer der Menschen- aber ebenso eine Belastung für die Umwelt. Deswegen sollten Sie nur dann auf diese zurückgreifen, wenn sie benötigt werden- und dann in einem angemessenen Maß. Sobald das Ablaufdatum überschritten wurde, sollten Medikamente jedoch entsorgt werden- denn die Abbauwirkung kann oft nicht eingeschätzt werden.

Die richtige Entsorgung von abgelaufenen Medikamenten hilft, die Umwelt zu schonen. Am besten ist es, Arzneimittel im Restmüll zu entsorgen. Dieser wird verbrannt und somit der große Teil an Schadstoffen vernichtet.

Bildquelle Titelbild: Vielen Dank an stevepb (© stevepb / Pixabay).
Bildquelle Fließtext: Vielen Dank an blickpixel (© blickpixel / Pixabay).

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