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Das eRezept: Wie ist der Stand der Umsetzung und wie funktioniert es?Neutralität mutual geprüft

Die Diskussion rund um das eRezept wird in Deutschland schon seit vielen Jahren geführt. Nun ist es endlich soweit und die papierene Form des ärztlichen Rezeptes soll ihr digitales Pendant bekommen. Wie Sie es für sich nutzen können, erfahren Sie im Artikel.

Was ist ein eRezept?

Erst ein Mal ist ein eRezept schlicht die digitale Form des normalen, ärztlichen Rezeptes auf Papier. Unter dem Stichwort Digitalisierung der Gesellschaft ist nun auch Deutschland dazu übergegangen, den medizinischen Bereich infrastrukturell in diese Richtung zu entwickeln. Angedacht war, das am 16.08. 2019 beschlossenen Gesetz bis zum Juni 2020 bundesweit umzusetzen. Derzeit gibt es in den Bundesländern insgesamt 52 Pilotprojekte, die dem Bund helfen sollen, Leitlinien für den Gebrauch des elektronischen Rezeptes zu erstellen. Im Zuge der Umsetzung müssen die Prozesse zwischen Patienten, Ärzten, Apotheken und den Krankenkassen telemedizinisch aufeinander abgestimmt werden.

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Wie funktioniert das eRezept?

In den zahlreichen Pilotprojekten werden dazu noch verschiedene Apps genutzt. In ihrer allgemeinen Form könnten sie allerdings künftig so aussehen:
Um ein eRezept nutzen zu können ist es nötig, eine App herunterzuladen. Es wird also ein Smartphone mit Internetzugang gebraucht. Ist die App installiert und sind die persönlichen Daten und die Krankenversicherungsnummer eingegeben, muss nur noch der Bestätigungslink angeklickt werden und die Anmeldung ist abgeschlossen.

Dann gilt es mit der App einen Arzt zu finden. Alle darin aufgelisteten Praxen sind Teil des Telemedizinnetzwerkes. Das bedeutet auch, dass die medizinischen Fachangestellten beim Anruf in der Telepraxis sicherstellen, dass es sich um Symptome handelt, die via Ferndiagnose eingeordnet werden können. Wenn das nicht der Fall ist oder es sich um einen Notfall handelt, werden Sie weitergeleitet oder die Fachangestellten informieren die Notärzte. Ist die telemedizinische Diagnose möglich, bekommen Sie einen Zeitraum genannt, in dem der Arzt zurückrufen wird.

Fernarzt – Was Sie wissen müssen

Während des Video-Anrufs besprechen Sie mit dem Arzt Ihr Befinden und bekommen eine Diagnose. Sollten Medikamente nötig sein, bekommen Sie ein eRezept auf Ihre App geschickt und den dazugehörigen Rezeptcode. Den Code brauchen Sie, um das eRezept öffnen zu können und er sorgt für die Sicherheit Ihrer Daten. Der nächste Schritt ist über die App eine Apotheke zu finden und dieser können Sie dann das eRezept einfach zuschicken. Sobald es angekommen ist, prüft die Apotheke, ob das Medikament vorhanden ist oder bestellt werden muss. Selbstverständlich werden Sie über diese Schritte informiert und können sich dann via Boten die Medikamente zustellen lassen oder sie vor Ort abholen. Es sei denn Sie gehen den Weg über eine Online-Apotheke, dann können Sie sich die Medikamente bequem zusenden lassen. Nutzen Sie Online Services der Krankenkassen, so können Sie dort das eRezept einfach hochladen und sich unter Umständen das Geld zurückholen.

E-Rezept Funktion

Wann kommt das e-Rezept?

Der ursprünglichen Planung zum Trotz ließ das Bundesministerium für Gesundheit Ende Januar verlautbaren, dass der Aufbau der telemedizinischen Infrastruktur in Deutschland noch bis in das Jahr 2021 dauern wird. Ab Januar 2021 sind dann die Krankenkassen verpflichtet nicht nur die elektronische Patientenakte anzubieten, sondern auch eRezepte anzunehmen. Umfragen zu Folge wissen 70 % der Bundesbürger noch nichts vom eRezept. Jedoch würde über die Hälfte der Deutschen, sobald es zur Verfügung steht, darauf zurückgreifen. Insgesamt genießt die Telemedizin hierzulande noch keine allzu große Bekanntheit. Die Informationen dazu sind auf der Webseite des Bundeministeriums für Gesundheit recht spärlich.

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Wie wird das eRezept den Markt für die Apotheken verändern?

Für die Vor-Ort-Apotheken wird die Einführung des eRezeptes drastische Folgen haben. Einer Studie der Marketingagentur Dr. Kaske zu Folge werden 7000 Apotheken im Bundesgebiet von dem Wandel betroffen sein und schließen müssen. Die Online-Apotheken wiederum können den Wechsel auf das eRezept kaum abwarten und rechnen mit einer Steigerung von ca. 10 Prozent des Versandhandelanteils – umgerechnet sind das 5,1 Milliarden Euro. Zudem können Medikamente durch das eRezept einfacher in ausländischen Versandapotheken bestellt werden. Diese können beispielsweise Generika oft viel günstiger anbieten als deutsche Vor-Ort-Apotheken.

Online-Apotheken, die vom eRezept profitieren können:

Eine weitere gesetzliche Neuerung, die auch den Online-Apotheken hilft, ist das Gesetz zur Folgerezept-Ausstellung durch Apotheker. Das sieht vor, dass der Arzt auf dem Rezept angeben kann, ob es über einen längeren Zeitraum hinweg gültig bleibt. Das heißt, dass eine Folgeverschreibung durch den Arzt entfällt und die Apotheken diese Verschreibungen selbstständig durchführen können. Für chronische Kranke, die beispielsweise an Migräne leiden, ist das eine große Erleichterung. Und, das vereinfacht es den Online-Apotheken immens, einen schnellen und günstigeren Service anzubieten. Für ein Folgerezept muss der Kunde nur ein Häkchen setzen und bekommt seine Medikamente zugesendet. Er ist damit auch unabhängiger vom deutschen Medizinmarkt und möglichen Versorgungsengpässen.

Fazit
Wie wir im Text erfahren haben, wird es noch eine Weile dauern, bis das eRezept flächendeckend in Deutschland genutzt werden kann. Jedoch verspricht es einige Entlastung für die Nutzer. Bei minderschweren Krankheiten ersparen Sie sich damit den Gang zum Arzt und können sich Ihre rezeptpflichtigen Medikamente via Online-Apotheke nach Hause schicken lassen. Die Ärzte sind entlastet, da Sie nicht mehr für Folgeverschreibungen in die Praxis müssen. Die Online-Apotheken und die Versandhäuser erwarten hohe Umsätze. Nur die Vor-Ort-Apotheken werden es nicht leicht haben, mit der Digitalisierung ihrer Branche Schritt zu halten.

Bildquelle Titelbild: Vielen Dank an StockSnap für das Bild(@pixabay.com)
Bildquelle Fließtext: Vielen Dank an Tumisu für das Bild(@pixabay.com)

Grafikquelle Fließtext: Vielen Dank an die Deutsche-Apotheker-Zeitung

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