Zahnschmerzen

Hausmittel, Akupressur oder doch Medikamente? Was hilft am besten gegen akute Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen sind äußerst qualvoll. Doch mit einigen Hausmitteln und Medikamenten lässt sich das Zahnweh zumindest kurzfristig lindern. Wir haben zusammengestellt, was man bei Zahnschmerzen tun kann und wo die Grenzen liegen.

„Zahnschmerzen sind die schlimmsten Schmerzen“, so heißt es. Tatsächlich gehören sie – ähnlich wie
Kopfschmerzen – zu der Sorte von Schmerzen, die einen Menschen ganz besonders stark plagen können, vor allem dann, wenn sie akut sind. Zudem kommen sie gern mitten in der Nacht oder am Wochenende, wenn der Zahnarzt nicht unmittelbar erreichbar ist. Was meist mit einem leichten Pochen anfängt, steigert sich im schlimmsten Fall bis zu sehr starken Schmerzen, die für manch einen Betroffenen kaum mehr auszuhalten sind. Ist es besonders schlimm, so ist der unverzügliche Gang zum Zahnarzt unverzichtbar, auch ein Notdienst oder gar das Krankenhaus können im absoluten Notfall aufgesucht werden. Wer Zuhause bis zum nächsten Tag durchhalten oder einfach nur ein lästiges, unangenehmes Pochen loswerden möchte, der kann aber auch zu Hausmitteln oder Medikamenten greifen, um kurzzeitig Erleichterung zu verspüren.

Prävention geht über alles

Abgesehen von schnell wirkenden Hilfsmitteln ist es vor allem die Prävention, die Betroffenen eine ganze Menge Leid ersparen kann. Eine gesunde Mundhygiene lässt sich im Grunde einfach erreichen, indem täglich ein wenig Zahnpflege betrieben wird. So sollten die Zähne zweimal täglich für mindestens drei Minuten geputzt werden, zusätzlich zur Zahnbürste sollte außerdem Zahnseide zum Einsatz kommen. Auch interdentale Bürsten sorgen dafür, dass die Mundflora gepflegt wird. Weitere vorbeugende Maßnahmen sind:

Zahnschmerzen was hilft

ZahnarztkostenNicht zu unterschätzen ist außerdem der Kostenfaktor. Denn wer seine Zähne nicht pflegt, der wird früher oder später den Zahnarzt aufsuchen müssen, um die entstandenen Schäden wieder richten zu lassen. Ob einfache Füllung im Backenzahn, umfangreiche Wurzelbehandlung oder hochwertiges Implantat, die Behandlungen sind mitunter durchaus kostenintensiv und werden nicht immer von der Krankenkasse übernommen. Abhängig ist das unter anderem allerdings auch vom Wohnort. So zeigt eine ausführliche deutschlandweite Kostenanalyse des Versicherers ERGO Direkt, dass Zahnarztbehandlungen im Osten insgesamt günstiger sind, während Städte wie Wolfenbüttel, Salzgitter oder Eltville am Rhein überdurchschnittlich teuer sind. Mitunter kommen so Preisunterschiede von bis zu 800 Euro zustande. Patienten haben aber auch Grund zum Aufatmen, denn gerade Maßnahmen zur Zahnprophylaxe sind deutschlandweit relativ ähnlich. Gerade dann, wenn die Zähne vielleicht ohnehin schon als sensibel gelten, sind entsprechende Versicherungen jedoch ein sinnvolles Polster, um die Kosten aufzufangen – insbesondere dann, wenn die Behandlung komplexe Eingriffe wie Brücken, Kronen oder Implantate miteinschließt.

Ursachenforschung – wo liegt der Grund für die Zahnschmerzen?

Um Zahnschmerzen bestmöglich zu bekämpfen, muss zunächst geklärt werden, wo und warum diese überhaupt erst entstanden sind. Schon vor dem Zahnarztbesuch kann grob bestimmt werden, um was für eine Art von Schmerz es sich handelt. Dies macht die spätere Diagnose für den Zahnarzt einfacher. Folgende Fragen sollten sich bei akuten Zahnschmerzen gestellt werden:

• Wann ist der Schmerz am stärksten? Im Liegen, in Ruhe oder bei Bewegung?

• Sind die Zähne kälte- oder hitzeempfindlich?

• Ist der Schmerz ausgeprägter, sobald der Kopf nach vorne gebeugt wird?

• Gab es in jüngster Vergangenheit eine Kieferhöhlenentzündung, einen Schnupfen oder ähnliches?

• Fand in jüngster Vergangenheit bereits eine zahnärztliche Behandlung statt?

Wer sich sicher ist, dass der Schmerz direkt von einem Zahn stammt (und nicht etwa vom Zahnfleisch, der Wurzel oder einem nicht näher definierbaren Bereich im Mund), der kann seine Zähne im Vorfeld auch vorsichtig abtasten. Oft wird auch ein Löffel genutzt, um die Zähne abzuklopfen und so die betroffene Stelle zu ermitteln. Schwillt zusätzlich noch das Weichgewebe – also beispielsweise die Innenseite der Wange – an, so kann die betroffene Stelle gekühlt werden, damit eine weitere Vergrößerung vermieden wird. Wenn auch noch Schluckbeschwerden oder sogar Schüttelfrost und Fieber hinzukommen, so ist es aber allerhöchste Zeit, den Arzt aufzusuchen.

Melden sich die Zahnschmerzen spontan und unerwartet, so kann dies verschiedene Gründe haben. Meist liegt es an:

• Einer ausgefallenen Füllung
• Einem abgebrochenen Zahn
• Einem entzündeten Nerv
• Zahnschmerzen in der Schwangerschaft
• Problemen mit einem Weisheitszahn
• Kariösen Zähnen oder Entzündungen von Zahnfleisch und Zahnfleischtaschen

Leider bleibt es in vielen Fällen nicht nur bei einem Schmerzempfinden beim betroffenen Zahn. Vielmehr strahlt dieser auch in den Kopf oder die Ohren aus.



Zahnarzt nicht erreichbar – was nun?

Zahnschmerzen nachts

Bildquelle: Vielen Dank an 92194398 – HORLOGE Nuit (© pict rider / Fotolia)

Melden sich die Zahnschmerzen mitten in der Nacht oder am Ruhetag des Zahnarztes, so ist guter Rat teuer und so mancher Betroffene beißt die Zähne zusammen und hält bis zum nächsten Morgen aus. Sind die Zahnschmerzen jedoch wirklich schlimm, so müssen sich Patienten nicht zwangsläufig quälen – stattdessen kann auch ein Notdienst kontaktiert werden, gerade in Großstädten sind diese selbst spät in der Nacht erreichbar. Auch hier sollten sich Betroffene jedoch darauf einstellen, dass womöglich einmal niemand ans Telefon geht oder sie lange Zeit in der Warteschleife verbringen müssen. Umso sinnvoller ist es daher, im Notfall auf entsprechende Hilfsmittel zurückgreifen zu können, um akute Schmerzen zumindest einzudämmen. Zu nennen sind an dieser Stelle vor allem schmerzstillende Medikamente und effektive Hausmittel.

Medikamente

Gerade in sehr akuten Phasen können einige Betroffene schon fast nicht mehr auf den Einsatz von Schmerzmitteln verzichten, damit der betroffene Zahn sich erst einmal wieder ruhig verhält und den normalen Tagesablauf nicht allzu sehr belastet. Trotzdem darf an dieser Stelle nicht außer Acht gelassen werden, dass der Besuch beim Zahnarzt in der Regel sehr viel schneller und vor allem beständiger für ein Ende der Zahnschmerzen sorgt. Zudem kann nur er die Ursache des Zahnschmerzes endgültig beseitigen. Die wohl gängigsten Medikamente gegen Zahnschmerzen sind folgende:

Ibuprofen ist das meist das erste Mittel der Wahl, wenn es um schmerzstillende Mittel geht.

• Auch Paracetamol wird häufig eingesetzt.

• Nicht eingesetzt werden sollte Acetylsalicylsäure (Aspirin), da es eine blutverdünnende Wirkung hat.

o Dennoch empfehlen einige Ärzte das Präparat Dolomo, welches eine Kombination aus Paracetamol und Acetylsalicylsäure darstellt. Die Tagestabletten sind zusätzlich mit Coffein versetzt, die Nachttabletten hingegen mit Codein.

• Sind die Zahnschmerzen ausgesprochen stark, so wird auch zu Tramadol gegriffen. Laut WHO gilt es jedoch als schwach wirkendes Opiat und wird bei gesunden Patienten so gut wie nie eingesetzt.

Sofern es sich um niedrige Dosierungen handelt, sind Paracetamol, Ibuprofen, Voltaren oder ASS rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Alle anderen Schmerzmittel benötigen allerdings ein Rezept und müssen streng nach der Dosierung des Arztes eingenommen werden.

Hausmittel

Unbedingt verzichtet werden sollte auf Wärme. Denn handelt es sich um eine Entzündung, so könnte diese noch verschlimmert werden. Auch Alkohol, Nikotin und Koffein sind nicht empfehlenswert, ebenso wie sehr heiße oder sehr kalte Getränke. Besser geeignet sind hingegen folgende Hausmittel:

• Lauwarmer, ungesüßter Salbei- oder Kamillentee. Er kann sowohl getrunken als auch als Mundspülung verwendet werden.

Kopf hoch lagern, bestenfalls nicht auf einem Federkissen.

• Gegen Zahnschmerzen aufgrund von Karies oder nach einer Füllung helfen Gewürznelken.

• Eine Aphte im Mund kann mit verdünntem Teebaum-Öl behandelt werden.

• Auch der Einsatz von Propolis ist hilfreich, da es antibakteriell und antiviral wirkt. Zudem unterstützt es sogar die Wundheilung.

• Auch bei Babys haben Hausmittel eine besondere Bedeutung, wenn etwa die ersten Zähnchen kommen. Hier kann den Kleinen geholfen werden, indem Eltern sie auf einem gekühlten Beißring oder Löffel kauen lassen. Ebenso wird dem Kauen auf getrockneten Veilchenwurzeln eine schmerzstillende Wirkung nachgesagt.

Dennoch: Hausmittel sind in der Regel weniger sinnvoll bei Zahnschmerzen, sie können und sollen lediglich als Überbrückung dienen, bis der Besuch beim Zahnarzt ansteht. Langfristig kann nur der Fachmann dafür sorgen, dass eine echte Lösung gefunden wird.

Soforthilfe-Tipps bei Zahnschmerzen

Kälte

Kälte – Kühlakku oder Eiswürfel helfen dabei, starke Schmerzen zu lindern. Einerseits dienen sie zur direkten Kühlung im Mund, andererseits hilft es aber auch, Eis auf die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger zu legen und dort 5-7 Minuten zu kühlen. Die dort verlaufenden Nerven sind für die Schmerzleitung zuständig und werden so in den meisten Fällen sehr effektiv betäubt.

Akupressur – tatsächlich soll Akupressur sehr gut gegen Zahnschmerzen helfen. Dafür werden zwei Hauptpunkte an der rechten Hand stimuliert. AkupressurEiner befindet sich am Zeigefinger direkt links neben dem Fingernagel, ein weiterer am Handgelenk auf der Seite des Daumens. Eine dieser Stellen wird fest gedrückt. Des Weiteren gibt es einige Hilfspunkte, an denen Betroffene ebenfalls drücken und schnelle Besserung verspüren: jeweils vor den Ohrläppchen, in der Mitte des Schädeldachs und zwischen Nase und Mund.

Bildquelle Titelbild: Vielen Dank an 101350708 – Woman Suffering From Toothache (© Andrey Popov / Fotolia).

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9 Gedanken zu „Hausmittel, Akupressur oder doch Medikamente? Was hilft am besten gegen akute Zahnschmerzen?

  1. Luise

    Mein Backenzahn macht seit ein paar Tagen Probleme und ich werde mich von einem Zahnarzt untersuchen lassen. Bis zum Termin müssen wohl die Schmerz- und Hausmittel ausreichen. Den hier empfohlenen Salbei- und Kamillentee probiere ich ganz bestimmt aus. Meine Großmutter hat bei Zahnschmerzen in eine Pellkartoffel gebissen. Hat das wirklich einen Effekt?

  2. Laura Heimisch

    Eine Freundin von mir interessiert sich aktuelle für eine Zahnarztpraxis, weil sie regelmäßig kleine Zahnprobleme und -schmerzen empfindet. Ich habe ihr auch gesagt, dass neben der normalen Zahnbürste sie auch Zahnseide benutzen sollte, aber ich hätte nicht gedacht, dass man sogar alle ein bis drei Monate die Zahnbürste wechseln sollte. Die Info ist für mich auch sehr nützlich, Dankeschön!

  3. Luise

    Meine Weisheitszahn-OP wird erst nächste Woche in einer Zahnarztpraxis durchgeführt und mit den Schmerzen muss ich bis dahin leben. Gut zu wissen, dass ich auf Aspirin lieber verzichten und stattdessen auf Ibuprofen oder Paracetamol setzen sollte. Ich werde zusätzlich den Salbei- und Kamillentee ausprobieren.

  4. Jim Winkler

    Guten Tag,
    Zahnschmerzen sind nun wirklich nicht schön. Das Problem ist, wenn man welche hat muss man erst einmal mindestens eine Woche warten bis man einen Termin kriegt. Das ist leider in großen Städten so. Aber es gibt auch die Möglichkeit sofort ranzukommen. Das ist toll.

  5. Franzi Heine

    Danke für die Tipps gegen Zahnschmerzen. Mein Bruder ist im Urlaub und hat jetzt Zahnschmerzen bekommen. Da er erst wieder zum Zahnarzt gehen möchte, wenn er wieder zuhause ist, braucht er jetzt einige Hausmittel. Dass man mit Salbei- und Kamillentee den Mund spülen kann, werde ich ihm empfehlen.

  6. Mailin Dautel

    Also das Zahnschmerzen einen besonders Plagen können kann ich nur bestätigen. Ich habe schon eine Woche lang dieses Zahnschmerzen und nichts mehr mach Spaß oder bringt mir Freude. Zum Glück habe ich bald einen Zahnarzt Termin aber bis dahin versuche ich mich mit dem Vorgeschlagenen Salbei- oder Kamillentee.

  7. Manuel Löhrmann

    Vielen Dank für die vielen guten Tipps zur Prävention. Natürlich haben wir alle lieber gute Zähne als Zahnschmerzen, weshalb dieses Thema alle beschäftigen sollte. Dank ihnen habe ich mich wieder daran erinnert Zahnseide zu benutzen.

  8. Franziska Bergmann

    Meine Tante leidet regelmäßig unter Zahnschmerzen. Danke für den Tipp, eine entsprechende Versicherung abzuschließen. So hat man einen ausreichenden Polster, falls Implantate oder Kronen notwendig sind.

  9. Neeltje

    Ich wusste noch gar nicht, dass man mit Akupressur etwas gegen Zahnschmerzen tun kann. Ich denke, vielleicht werde ich das auch mal probieren. Denn ich habe schon seit zwei Wochen stechende Schmerzen in meinem Backenzahn.

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