Hausmittel gegen Heuschnupfen

Bewährte Hausmittel gegen Heuschnupfen – jetzt informieren

Endlich ist es wieder so weit: die Sonne scheint, die Blumen blühen und alle treffen sich draußen zum Grillen! Blöd nur, wenn man selbst zu Hause sitzen bleibt, weil die Nase läuft und die Augen tränen. Wir haben uns mit dem Thema Heuschnupfen auseinandergesetzt, die wichtigsten Informationen gesammelt und Hausmittel gegen Heuschnupfen zusammengestellt, damit auch Sie ihren Sommer genießen können.

 

Grundlegende Informationen

In einer von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie herausgegebenen Untersuchung von 2008 ist festgehalten, dass statistisch gesehen mittlerweile fast 20 % aller unter 18-jährigen in Deutschland unter Allergien leiden. Dabei macht der Heuschnupfen – die Allergische Rhinitis – allein 9 % aus. Für viele Betroffene ist daher die Frühlings- und Sommerzeit, die für andere Menschen die schönste des Jahres ist, eine echte Qual.

 

Symptome von Heuschnupfen

Eine Pollenallergie kann sich auf unterschiedliche Weise äußern, es gibt aber einige Symptome, die bei fast allen Betroffenen auftreten.

Reizung der Schleimhäute: Bei Pollenflug kommt es bei Allergikern zu häufigen Nies-Attacken, die Nase läuft praktisch dauerhaft oder ist verstopft. Dadurch werden wiederum Atembeschwerden ausgelöst. Es kann auch ein ständiger Juckreiz in- und in Umgebung der Nase entstehen.

Binderhautentzündung: Auch die Augen sind bei den meisten von Heuschnupfen Betroffenen angegriffen. Die Binderhaut entzündet sich und rote, oft auch tränende juckende Augen sind die Folge.

Schlafstörungen: Durch die oben beschriebenen Symptome fällt es vielen Allergikern schwer, einzuschlafen. Der Schlafmangel wiederum führt zur Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Zusätzlich können hier auch Spannungskopfschmerzen entstehen.

 

Diagnose von Heuschnupfen

Allergien zu identifizieren, ist zwar nicht so einfach wie die Diagnose vieler anderer Krankheiten, mittlerweile gibt es hier aber auch recht zuverlässige Verfahren.

Zunächst ist ärztliche Anamnese, also die Erhebung und Analyse der Krankengeschichte sinnvoll. Durch Betrachtung der Dauer und der jeweiligen Umstände der auftretenden Symptome lässt sich eingrenzen, um was für eine Allergie es sich handeln könnte. Wenn zum Beispiel klar festzustellen ist, dass die Beschwerden immer zur Zeit von starkem Pollenflug auftreten, ist Heuschnupfen eine naheliegende Diagnose. Durch das Verhalten verschiedener Pflanzen kann man die Allergie dann noch weiter eingrenzen. So treten Pollen von Hasel und Erle zwischen Januar und März auf, während Gräser eher zwischen April und August ihre Pollen werfen.

Ist die mögliche Allergie eingegrenzt, kann die Diagnose durch einen sogenannten „Prick-Test“ weiter eingegrenzt werden. Hierbei werden verschiedene allergenhaltige Lösungen auf den Arm des Patienten aufgetragen, anschließend wird die Haut an diesen Stellen mit einer Nadel leicht verletzt. Jetzt kann man, je nachdem, an welchen Stellen sich eine Rötung einstellt, sehen, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert.

 

Ursachen zunehmender Allergien in Deutschland

Die Zahl der Allergiker ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, wie zum Beispiel beim Deutschen Grünen Kreuz nachzulesen ist. Besonders betroffen sind dabei Industrieländer und mittlerweile konnten einige Gründe der besorgniserregenden Entwicklung identifiziert werden.

Ein Grund für die Entstehung von Allergien im Allgemeinen kann zum Beispiel die übertriebene Hygiene in vielen Haushalten sein. Der Grundgedanke dabei ist folgender: Wenn der Körper in einer Umgebung lebt, in der ständig alles an Bakterien und Krankheitserregern abgetötet wird, muss er sich selbst nicht mehr, zusammen mit seinem Immunsystem, um die Bekämpfung besagter Erreger kümmern und verliert so auch zunehmende die Fähigkeit dazu. Eine weitere Theorie dazu ist, dass der Körper sich sozusagen neue Gegner sucht und gerade deswegen beginnt, auf bestimmte Stoffe zu reagieren.

Ein weiterer Grund ist die zunehmende Luftverschmutzung in den Industriestaaten. Durch die zusätzlichen Schadstoffe in der Luft werde die Heftigkeit vieler Allergene laut führender Allergologen verstärkt. Ebenso ist es nicht hilfreich, wenn Menschen ihr Leben lang in großen Städten gelebt haben. Kinder die beispielsweise mit Tieren und Blumen auf dem Land aufgewachsen sind, leiden deutlich seltener unter Allergien.

 

Was geschieht bei Heuschnupfen im Körper?

Was beim einzelnen Menschen im Körper passiert, ist, dass das Immunsystem beginnt, die eigentlich harmlosen Pollen als Feinde zu identifizieren. So kommt es beispielsweise zur Rötung des Bindegewebes in den Augen, da die Durchblutung angeregt wird, um den Weg für nachrückende Abwehrzellen zu erleichtern.

Durch Niesen und Laufen der Nase wiederum versucht der Körper den Fremdkörper und vermeintlichen Feind ins Freie zu bringen.

Wird eine Allergie lange Zeit überhaupt nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass diese chronisch wird und es zu Neusensibilisierungen gegenüber weiterer Stoffen kommt. Es können also neue Allergien entstehen. Hierbei helfen unsere Hausmittel gegen Heuschnupfen natürlich nicht, es sollte also in jedem Fall auch ein Arzt konsultiert werden.

 

Therapie bei Heuschnupfen

Grundsätzlich besteht die ärztliche Therapie von Heuschnupfen aus drei Aspekten: der Vermeidung des Allergens (Karenz), der Behandlung der Symptome durch Arzneimittel (Pharmakotherapie) und der langfristigen Ausschaltung der allergischen Reaktion (Spezifische Immuntherapie).

Karenz: Die Karenz, also Vermeidung der auslösenden Substanzen, ist bei Heuschnupfen schwierig. Wenn man zum Beispiel eine Allergie gegen Tierhaare hat, ist es naheliegend, eben keine Tiere im Haus zu halten. Bei einer Pollenallergie ist eine komplette Vermeidung hingegen fast unmöglich. Man kann allerdings zum Beispiel die Kleidung häufiger wechseln und vor dem Zubettgehen die Haare waschen.

Pharmakotherapie: Es gibt einige wirksame Medikamente gegen Heuschnupfen in verschiedenen Stärkegraden. So zum Beispiel die sogenannten Cromone, die aber eine verzögerte Wirkung haben und dadurch schon eine Woche vor Beginn des Pollenfluges eingenommen werden müssen. Es gibt auch frei zugängliche Medikamente gegen Heuschnupfen für die Hausapotheke, über die man sich in der Apotheke oder beim Arzt informieren kann.

Spezifische Immuntherapie: Hier wird tatsächlich eine dauerhafte Heilung angestrebt. Diese Art der Therapie sollte früh begonnen werden und kann vor allem bei Menschen, die nur eine oder wenige Allergien haben, helfen. Gegen Gräserallergien gibt es zum Beispiel Allergie-Immun-Tabletten, die regelmäßig eingenommen werden müssen. Eine stärkere Methode, die vom Arzt durchgeführt wird, ist die subkutane spezifische Immuntherapie. Hierbei werden Spritzen mit dem jeweiligen Allergen alle 7 – 13 Tage in immer höherer Dosis verabreicht, um den Körper gegen den Stoff zu immunisieren.

 

Hausmittel gegen Heuschnupfen

Die im Folgenden zusammengestellten Hausmittel gegen Heuschnupfen ersetzten natürlich keine ärztlich begleitete Therapie der Allergie. Sie können aber zumindest eine Linderung der Symptome verschaffen und somit den Alltag von Allergikern bei Pollenflug etwas erträglicher machen.

 

  1. Ätherische Öle

Ein Erkältungsbad hilft nicht nur bei einer Erkältung. Ätherische Öle, wie Teebaum- oder Eukalyptusöl unterstützen dabei, die Atemwege zu befreien. Gerade bei Allergikern, die also wegen einer verstopften Nase und Atembeschwerden nicht einschlafen können, kann es Sinn machen, vor dem Schlafengehen ein Bad zu nehmen.

  1. Haare waschen

Wenn man schon einmal gebadet hat, kann man auch gleich die Haare waschen – auch ein bewährtes Hausmittel gegen Heuschnupfen – die sind nämlich enorme Pollenfänger. Nachts atmet man dann ein, was sich in den Haaren über den Tag gesammelt hat.

  1. Nasendusche

Ebenfalls eine Empfehlung, die auch oft bei Erkältungen gegeben wird, ist die Nasenspülung mit Salzwasser. Hierbei werden Nase und Nebenhöhlen von Schleim befreit und man kann wieder durchatmen. Außerdem werden mögliche, übrig gebliebene Fremdkörper, wie zum Beispiel Pollen, entfernt.

  1. Inhalieren

Ist die ständige Schleimbildung bis zu den Bronchien vorgedrungen und sorgt hier zum Beispiel für Hustenanfälle, kann Inhalieren helfen. Dabei sind als Zusatz für das siedende Wasser Dill- und Fenchelöl (zwischen vier und sechs Teelöffel) besonders wirksam.

  1. Augentrostkraut

Ein echter Geheimtipp was Hausmittel gegen Heuschnupfen angeht: Wenn die Augen anschwellen und tränen, ist das sogenannte Augentrostkraut. Ein bis zwei Teelöffel hiervon mit ca. 0,3 Liter heißem Wasser aufgießen und wie einen normalen Tee fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Wenn der Aufguss abgekühlt ist sollte ein Tuch darin getränkt und anschließend für eine Viertelstunde auf die geschlossenen Augen gelegt werden.

  1. Kühlung

Sollte kein Augentrostkraut zur Verfügung stehen, kann es bei gereizten, juckenden Augen als Hausmittel gegen Heuschnupfen auch sehr gut tun, einfach ein kaltes, feuchtes Tuch auf die Augen zu legen.

  1. Fenster schließen

Für die meisten Allergiker wahrscheinlich offensichtlich aber man sollte es natürlich auch vermeiden, bei offenem Fenster zu schlafen. Sollte das nicht gehen, weil es zu warm ist oder man die frische Luft zum Schlafen brauch, sollten die Fenster zumindest gegen 4 Uhr früh geschlossen werden. Dann beginnt nämlich der Pollenflug. Alternativ gibt es auch Pollenschutzgitter für die Fenster.

  1. Den richtigen Ort wählen

Möchte man sich den Sommer von den Pollen nicht vermiesen lassen und zum Beispiel mit Freunden ein Picknick veranstalteten, macht es Sinn, dafür nach einem Ort zu suchen, wo der Pollenflug nicht so ausgeprägt ist. Statt auf die Wiese im Park kann man zum Beispiel eher in den Laubwald oder an ein sandiges See- oder Flussufer gehen.

  1. Immuntherapie

Manche Menschen sagen, dass es helfen kann, regelmäßig Honig zu konsumieren, um so den Körper an den Kontakt mit Pflanzenpollen zu gewöhnen.

  1. Keinen Ventilator

Auf einen Ventilator sollten Sie möglichst verzichten, da dieser die Pollen in Räumen nur unnötig aufwirbelt und sie verteilt.

 

Fazit

Wie man sehen kann, gibt es eine Menge Möglichkeiten im Alleingang oder mit ärztlicher Hilfe etwas gegen Heuschnupfen zu unternehmen. Man ist also keinesfalls auf ewig dazu verdammt, Frühling und Sommer hinter geschlossenen Fenstern zu verbringen.

Zum Schluss soll hier noch einmal gesagt sein, dass die oben genannten Hausmittel gegen Heuschnupfen nur zur Linderung von Symptomen beitragen können und keinesfalls eine Allergie heilen können. Der Besuch beim Arzt ist bei anhaltenden Beschwerden auf jeden Fall Pflicht!

Bildquelle: Vielen Dank an Unsplash für das Bild (© Unsplash / pixabay.com).

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