Mandelentzündung Ursachen Verlauf Behandlung

Mandelentzündung – Ursachen, Verlauf, Behandlung

Eine Mandelentzündung, auch Tonsillitis oder Angina, tritt meist im Zuge einer Erkältung auf und äußert sich durch starke Schluckbeschwerden, Halsschmerzen sowie bisweilen Fieber oder Mundgeruch. Der Arzt kann zudem eine Schwellung und Rötung ausmachen, unter Umständen auch Hautausschlag und Eiterbildung. Wir ergründen hier, weshalb sich Mandeln entzünden, welche Therapien gegen Krankheitsursache, Schmerzen und weitere Symptome helfen und was Sie selbst tun können.

Akut entzündete Mandeln zählen zu den 20 häufigsten Gründen, einen Allgemeinmediziner aufzusuchen. Vor allem Kinder sind davon besonders häufig betroffen. Denn Mandeln sind Teil der körpereigenen Immunabwehr, welche sich in den ersten Lebensjahren noch entwickelt und ständig in Kontakt mit bislang unbekannten Krankheitserregern kommt. Vereinfacht ausgedrückt, wächst das Immunsystem an seinen Aufgaben. Nicht selten treten allerdings rezidivierende (wiederkehrende) Mandelentzündungen auf, was regelmäßig die Frage nach ihrer operativen Entfernung aufwirft.

Was ist eine Mandelentzündung?

Die Entzündung der Mandeln, speziell der Rachenmandeln, bedeutet eine Rötung und Schwellung. Sie ist in der Regel hoch ansteckend. Ihre unangenehmen Symptome sind Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Dazu können Mundgeruch, Eiterbildung sowie Fieber kommen. Je nach Ursache und Häufigkeit lassen sich Mandelentzündungen unterteilen.

Ursachen und Verlauf einer Mandelentzündung

Eine Mandelentzündung kann durch unterschiedliche Krankheitserreger wie Streptokokken hervorgerufen werden und daher auch zusammen mit Scharlach, Herpes, Diphtherie oder Pfeifferschem Drüsenfieber auftreten. Sehr oft handelt es sich jedoch um Erkältungs- oder Grippeerreger als Ursache. In der weit überwiegenden Anzahl der Fälle sind Viren für die Entzündung verantwortlich, die im Gegensatz zu Bakterien nicht mit einem Antibiotikum bekämpft werden können. Zu Beginn ist die Mandelentzündung über eine Tröpfchen-Infektion sehr leicht übertragbar.

Ein Großteil dieser Erreger ist im Mund- und Rachenraum weit verbreitet. Zu einer Mandelentzündung kommt es, wenn entweder das Immunsystem geschwächt ist oder Erregertypen auftreten, gegen die keine Immunität besteht. Die Entzündung kann auf das benachbarte Gewebe übergreifen, so dass es zur Bildung von Abzessen kommen kann. Als Folge einer Streptokokkeninfektion können nach der Mandelentzündung Komplikationen wie Schuppenflechte oder rheumatisches Fieber auftreten. Gelangen die Erreger der Mandelentzündung in die Blutbahn, können sich auch andere Organe wie Herz oder Niere entzünden.

Mandelentzündung, Angina, Tonsillitis

pixabay.com

Diagnose anhand der Symptome

Neben der Rötung und dem schmerzhaften Anschwellen der Mandeln erkennt der Arzt unterschiedliche Beläge, meist weiß-gelbliche Eiterstrippchen. Auch die Lymphknoten schwellen häufig an. Fieber sowie Mundgeruch können, müssen jedoch nicht, auftreten. Der Hals schmerzt, beim Schlucken um so mehr. Kinder leiden unter Umständen zusätzlich an Bauchschmerzen.

Kommt es zu einer Eiteransammlung neben den Mandeln – einem Abzess –, treten ein vermehrter Speichelfluss und starke Schluckbeschwerden auf. Die Stimme kann sich verändern. Und das Öffnen des Mundes bereitet enorme Schwierigkeiten. Eine sofortige Behandlung ist angezeigt.

Die genaue Betrachtung der Symptome durch den Arzt sollte klären, ob eine virale oder bakterielle Infektion als Ursache für die Mandelentzündung vorliegt. Im Zweifelsfall geben Speichel- oder Blutuntersuchungen Aufschluss.

Behandlung einer Mandelentzündung

Entzündung und Fieber sind natürlich sehr unangenehm, jedoch nicht per se negativ. Denn auf diese Weise isoliert und bekämpft unser Körper Krankheitserreger. Mit der Einnahme eines Antibiotikums schwächen wir unsere Darmflora sowie unser Immunsystem. Andererseits vermag die Gabe eines Antibiotikums binnen kurzer Zeit die Ansteckungsgefahr zu senken. Bei einer viralen Ursache vermindert es die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen im Krankheits- bzw. Genesungsverlauf. Bei bakteriellen Erregern hingegen bewirkt ein Antibiotikum nichts.

Ganz ähnlich die Schmerzen und Schluckbeschwerden. Sie sind „nur“ Symptome. Schmerzmittel bekämpfen nicht die Mandelentzündung und ihre Ursache, steigern jedoch unser Allgemeinbefinden. Also auf die natürlichen Selbstheilungskräfte vertrauen? Nach ein bis zwei Wochen klingen die Symptome ohnehin ab. Die Mandelentzündung geht zurück und mit ihr die zumeist zu Grunde liegende Erkältung. Das Immunsystem hat die Erreger im Griff. Unterstützend wirkt, sich zu schonen sowie Ruhe zu halten.

Operation bei chronischer Mandelentzündung? Pro und contra

Aber es gibt selbstverständlich Ausnahmen: Kommt es zu einem Mandelabzess, ist eine Antibiotikatherapie erforderlich, eventuell eine Operation, um die Eiterhöhle zu öffnen. Eine solche Tonsillektomie kann auch in Erwägung gezogen werden, falls die Mandelentzündung nicht nach ein bis zwei Woche abgeheilt ist, sondern drei Monate andauert. Neben einer solchen chronischen Mandelentzündung ist insbesondere eine häufig wiederkehrende Mandelentzündung eine Indikation für eine operative Verkleinerung oder Entfernung der Mandeln. Nämlich dann, wenn sie im Laufe von einem Jahr mindestens drei Mal oder sogar sechs Mal und noch häufiger auftritt.

Trotzdem wird mit den Mandeln ein Teil unseres Immunsystems entfernt. Entzündungen im Hals sind nach der Tonsillektomie keinesfalls ausgeschlossen, treten womöglich weiter hinten im Rachen auf, da die Erreger nicht mehr von den Rachenmandeln „abgefangen“ werden. Zudem birgt eine Operation stets gewisse Risiken: Bei vier bis zehn Prozent treten Nachblutungen auf.

Mandelentzündung, Angina, Tonsillitis

pixabay.com

Was kann ich tun bei einer Mandelentzündung?

Es gibt diverse bekannte Hausmittel mit desinfizierender, antibakterieller beziehungsweise entzündungshemmender Wirkung, die im Mund-, Hals- und Rachenbereich unterstützend angewendet werden können: Kamille, Salbei mit Honig als Tee. Salz zum Gurgeln. Warme Wickel mit Kartoffeln oder Quark.

Wie bei etlichen anderen Infektionskrankheiten ist es von Vorteil, sich zu schonen und Ruhe zu halten. Mehr trinken, weniger essen, damit die Immunabwehr sowie die Selbstheilungskräfte unbelastet wirken können.

Nehmen sie keine stark gewürzte oder säurehaltige Nahrung zu sich, also zum Beispiel auch keinen Saft. Rauchen ist ebenfalls kontraproduktiv. Eis kann die Beschwerden häufig lindern.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:
Die 5 besten Mittel gegen Erkältung
Die 11 besten Tipps um sich vor Erkältungen zu schützen
Checkliste Hausapotheke
Reiseapotheke Checkliste: Was gehört hinein?
Volkskrankheiten: Die häufigsten Krankheiten in Deutschland
Vitamine: Überblick, Tagesbedarf, Vorkommen und Mangel

Bildquelle Titelbild: Vielen Dank an silviarita für das Bild (© silviarita/www.pixabay.com).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.