Superfood

Die neuen Superfoods und was sie wirklich bringen

Der Trend der sogenannten Superfood Sorten geht um. Wir zeigen Ihnen was sich hinter Begriffen wie Chia-Samen, Açaì-Beere, Goji-Beere und Matcha-Tee verbirgt und was diese exotischen Lebensmittel wirklich für unsere Gesundheit tun können.
Zuvor ist es zum Verständnis wichtig ein paar Begriffe zu klären, die insbesondere in der Bewerbung von Superfoods vermehrt auftauchen.

Begriffsklärung

Freie Radikale

Freie Radikale beschreiben sauerstoffhaltige Moleküle, welche für den Prozess der sogenannten Oxidation verantwortlich sind. Freie Radikale gelangen nicht nur von außen, etwa durch Zigarettenrauch, Alkohol und dergleichen in den menschlichen Organismus, sondern können auch direkt in ihm bei bestimmten Stoffwechselprozessen entstehen.  Wird der Körper in einem zu großen Ausmaß durch Oxidationen belastet, entsteht oxidativer Stress. Zellschäden sind die Folge, welche wiederum für das Auslösen verschiedener Krankheiten wie Krebs, Augenproblemen, Diabetes und Schlaganfällen führen können.

Antioxidantien

Im Kampf gegen freie Radikale kommen Antioxidantien zum Tragen. Sie können die Oxidation bremsen und sogar verhindern. Beispiele hierfür sind die Vitamine A, C und E sowie Spurenelemente. Antioxidantien kommen vorwiegend in Gemüse- und Obstsorten, aber auch in Sprossen, Wildpflanzen, Ölen, Fetten und Nüssen vor.

Bildquelle: Vielen Dank an Unsplash für das Bild (© Unsplash / pixabay.com)

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Sekundäre Pflanzenstoffe

Bei sekundären Pflanzenstoffen handelt es sich um chemische Verbindungen, die ausschlaggebend für den Geschmack und die Farbe der Pflanze sind. Polyphenole, Carotinoide und Sulfide sind Beispiele für sekundäre Pflanzenstoffe.  Man geht davon aus, dass diese Stoffe sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirken. So spricht man ihnen antioxidative, entzündungshemmende, blutdruckregulierende und immunsystemstärkende Kräfte zu.

Ballaststoffe

Hinter dem Begriff Ballststoffe verbergen sich längerkettige Kohlenhydrate, welche vom menschlichen Körper nicht verwertet werden können. Ihr großer Vorteil liegt darin, dass sie nicht nur die Darmtätigkeit anregen, sondern darüber hinaus eine wichtige Rolle in der Senkung des Cholesterinspiegels besitzen. Zudem verhindern sie einen zu starken Anstieg des Blutzuckerspiegels. Insbesondere in Obst, Gemüse und Getreide lassen sich diese speziellen Kohlenhydrate finden.

Einige bekannte Superfoods im Überblick

An Superfood-Produkten kommt man fast nicht mehr vorbei – ob im Bio-Laden, im Supermarkt oder in der Online-Apotheke.  Wir stellen Ihnen die vier bekanntesten Superfood-Sorten vor.

Bildquelle: Vielen Dank an fesehe für das Bild (© fesehe / pixabay.com)

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Chia Samen

Die Chia Samen werden aus der aus Mexiko und Guatemala stammenden Chia-Pflanze gewonnen. Diese ist mit dem Salbei verwandt und kann bis zu zwei Meter hoch wachsen. Heute wird sie nicht nur in Mittel- und Südamerika, sondern auch in Australien angebaut.

Der Vorteil liegt insbesondere in ihrer langen Haltbarkeit. An einem trockenen, dunklen und kühlen Ort lassen sich Chia-Samen bis zu vier Jahre lang aufbewahren.

Geschmack von Chia Samen

Chiasamen sind eher geschmacksneutral und besitzen einen milden, leicht nussigen Geschmack.

Verwendung von Chia Samen

Ähnlich wie Amarant oder Quinoa werden Chia-Samen als sogenanntes Pseudo-Getreide bezeichnet. Sie lassen sich als Zusatz in Broten oder Kuchen einsetzen und können durch ihre Quelleigenschaft in Verbindung mit Flüssigkeiten als Ei-ersatz genutzt werden. Alternativ eignen sie sich als Beigabe zu Müslis, Smoothies, Suppen oder Salaten. Im Internet kursieren Unmengen von Chia Samen Rezepten, die nur darauf warten ausprobiert zu werden.

Preis

Möchte man Chia-Samen kaufen, muss man für 100 Gramm circa zwei bis drei Euro investieren.

Inhaltstoffe

Chia-Samen sind stark proteinhaltig und beinhalten neben den Vitaminen A, B1-B3 und E ebenfalls Mineralstoffe (Kalzium, Magnesium, Phosphor), Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Zudem sind sie reich an essenziellen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren.

Zugeschriebene Wirkung von Chia Samen

Die Wirkungsweise, welche dem sogenannten Superfood zugeschrieben werden, ist mannigfaltig. Sie sollen nicht nur die Verdauung fördern und das Abnehmen unterstützen, sondern ebenfalls Sodbrennen und Gelenkschmerzen reduzieren. Für ein besseres Hautbild, ein geringeres Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko und einen regulierten Blutzuckerspiegel sorgen sie außerdem.

Tatsächlich ein Superfood?

In puncto Abnehmen könnten die Chia Samen tatsächlich unterstützend wirken. Die Quellwirkung ist enorm, wodurch ein langanhaltendes Sättigungsgefühl erzielt werden kann. Da die Chia-Samen viel Flüssigkeit absorbieren, ist es wichtig viel zu trinken. Wird das versäumt, kommt es statt einer Verdauungsförderung zu Verstopfungen.

Der hohe Gehalt an Ballaststoffen hingegen regt die Verdauung tatsächlich an.

Den Chiasamen wird ein hoher Kaliumgehalt nachgesagt, welcher den von Bananen weit übersteige. Täglich sollte laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit lediglich 15 Gramm verzehrt werden. Eine Banane hingegen bringt ca. 150 Gramm auf die Waage. Angesichts dieses Mengenverhältnisses fällt der höhere Kaliumgehalt nicht mehr ins Gewicht.

Alternativprodukte

Leinsamen sind eine adäquate regionale Alternative, die darüber hinaus auch preisgünstiger sind. Hasel- oder Walnüsse hingegen besitzen eine Fettzusammensetzung, die mit der der Chiasamen vergleichbar ist.

Bildquelle: Vielen Dank an WerbeFabrik für das Bild (© WerbeFabrik / pixabay.com)

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Açaì-Beere

Die Açaì-Beere ist dunkelblau und gleicht einer Kreuzung aus Weintrauben und Heidelbeeren. Sie wächst an Dolden der Kohlpalme Acaizeiro in Südamerika.

Geschmack der Açaì-Beere

Man muss als Europäer von der positiven Wirkung schon überzeugt sein, denn der fettige, erdige und bitter-nussige Geschmack ist dem hiesigen Gaumen eher fremd.

Verwendung von Açaì-Beeren

Die Beeren werden in Pulver-Form als Zusatz zu Müsli, Schokolade oder auch im Joghurt verwendet. Als Beigabe zu Smoothies eignet sich die Beere ebenfalls. Darüber hinaus ist sie in Form von Säften oder Kapseln erhältlich.

Preis

Bei der Pulverform der Açaì-Beere kann man sich auf Kosten in Höhe von 20 Euro je 100 Gramm einstellen. Für einen halben Liter Saft zahlt der Verbraucher 15 Euro. Da die Beeren sehr leicht verderben, wird man sie in Frischform kaum zu Gesicht bekommen.

Inhaltsstoffe

Ein Gros an Mineralstoffen, insbesondere ein hoher Kalziumanteil sowie an Ballaststoffen zeichnet die Açaì-Beere aus.

Zugeschriebene Wirkung der Açaì-Beere

Die Palmenfrucht besitzt einen hohen Anteil an Anthocyanen. Dieser dunkle Pflanzenfarbstoff schützt den Körper vor freien Radikalen und wirkt demnach als Antioxidant.

Zusätzlich enthalten die Beeren viele Vitamine sowie wichtige Fettsäuren. Ebenfalls sollen die heidelbeerähnlichen Früchte schlank machen und eine Anti-Aging Wirkung erzielen.

Ist die Açaì-Beere tatsächlich ein Superfood?

Die südamerikanische Beere ist äußerst empfindlich. Eine Kühlung und Weiterverarbeitung ist unmittelbar nach der Ernte nötig. Der Transport nach Europa verschlechtert die Klimabilanz darüber hinaus. Bisher konnte die Verjüngungs- sowie Schlankeitswirkung wissenschaftlich nicht belegt werden.

Dass die Beeren jedoch neben einem hohen Fettgehalt auch teilweise hohe Manganwerte aufweisen, welche die Eisenaufnahme im Körper bremsen, ist nachgewiesen.

Welche Mengen man zu sich nehmen müsste, damit tatsächlich eine positive Wirkung auf den Gesundheitszustand entsteht, ist bisher nicht klar.

Alternativprodukte

Rotkohl, rote Trauben, Holunder, Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, Heidelbeeren und Sauerkirschen besitzen ebenfalls einen hohen Gehalt an Antioxidantien und Vitaminen. Zudem sind sie in Europa heimisch.

Bildquelle: Vielen Dank an andreas-eatbetter für das Bild (© andreas-eatbetter / pixabay.com)

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Goji-Beere

Die aus China und der Mongolei stammende Goji-Beere ist im Deutschen eher als Wolfsbeere oder Bocksdornfrucht bekannt. Der Superfood-Trend ist jedoch dafür verantwortlich, dass der Begriff „Goji“ sich immer stärker verbreitet.

Der recht anspruchslose Goji-Strauch gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und wird mittlerweile auch in Mitteleuropa angepflanzt.

Geschmack der Goji-Beere

Beißt man in eine Goji-Beere, so fühlt man sich an eine Kreuzung zwischen Preiselbeeren und Kirschen erinnert. Der Geschmack ist meist fruchtig-süß, kann aber auch ins Säuerliche gehen.

Verwendung der Goji-Beere

Die Wolfsbeere macht sich nicht nur in getrockneter Form, sondern auch frisch sehr gut in Müslis, Joghurts oder Smoothies. Zudem ist sie in Pulver- und Kapselform oder auch als Saft erhältlich.

Die getrocknete Variante der Beere lässt sich ähnlich lang wie Rosinen lagern.

Preis

Für 100 Gramm Gojibeeren zahlt man ab 4€.

Inhaltsstoffe der Goji-Beere

Die Bocksdornfrucht enthält neben einem hohen Anteil an Vitamin C auch Vitamin A, Vitamin B und E, sowie die Mineralstoffe Eisen, Selen, Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium und Zink.

Zudem lassen sich Aminosäuren. Proteine und Polysaccharide nachweisen.

Zugeschriebene Wirkung von Goji-Beeren

In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Goji-Beere bei Diabetes, Augenleiden und bei Bluthochdruck eingesetzt.

Doch auch für die generelle Stärkung des Immunsystems, insbesondere im Kampf gegen Krebszellen, soll die Beere zum Einsatz kommen.

Die Darmflora ließe sich ausgleichen und der Körper entgiften. Sportler nutzen die Beere um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

Ist die Goji-Beere tatsächlich ein Superfood?

Der größte und vor allem gesundheitsgefährdende Nachteil der Goji-Beeren liegt in ihrer extrem starken Schadstoffbelastung. Der Öko-TEST April 2016 zeigt, dass in manchen Produkten bis zu 16 verschiedene Pestizide gefunden wurden. Teilweise lagen die Werte sogar unter dem gesetzlichen Grenzwert. Gerade die aus China importierte Ware ist extrem schadstoffbelastet.

Auch einen erhöhten Bleigehalt konnte Öko-Test nachweisen. Dieser kann zu Schädigungen des Herz-Kreislauf- sowie des Nervensystems führen.

Darüber hinaus können Goji-Beeren Einfluss auf die Wirkung gerinnungshemmender Medikamente haben. Eine Kombination sollte aus diesen Gründen unbedingt vermieden werden.

Alternativprodukte

In Deutschland heimische Beeren wie Johannisbeeren oder Erdbeeren sind ebenso gesund wie die exotische Goji-Beere. Auch sie enthalten hohe Mengen an Vitamin C und Mineralstoffen. Der Vorteil dieser Superbeeren liegt vor allem darin, dass sie zu günstigeren Preisen zu haben sind.

Bildquelle: Vielen Dank an YoshikoOkamoto, yamato_people und iamvista für die Bilder (© YoshikoOkamoto, © yamato_people, © iamvista / pixabay.com)

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Matcha Tee

Was ist das?

Matcha Tee ist ein Pulver, welches aus den Blättern der Grünteepflanze Tencha gewonnen wird. Hierbei werden zuvor der Strunk und die Blattrippen entfernt und im Anschluss das verbliebene Blatt zu einem feinen Pulver gemahlen.

Besonders ist, dass die Pflanze in der letzten Wachstumsphase beschattet werden. Die Bildung von Chlorophyll sowie von Aminosäuren soll so verstärkt werden.

Geschmack von Matcha-Tee

Im Gegensatz zu vielen anderen grünen Tees, ist der Matcha Tee nicht so bitter. Er zeichnet sich vielmehr durch einen fruchtig-frischen Geschmack aus, der aber auch leicht grasig sein kann.

Verwendung von Matcha Tee

Aus dem Pulver lässt sich in Verbindung mit heißem Wasser ein wohlschmeckender Grüner Tee herstellen. Ebenfalls lässt sich der Match-Tee für Smoothies, aber auch für die Verfeinerung von Speisen verwenden.

Preis für Matcha Tee

Die aufwändige und langwierige Herstellung schlägt sich auch im Preis nieder. Zwischen 20 bis 30 Euro pro 30 Gramm sollte man für den Kauf des Matcha Teepulvers einplanen. Für Matcha-Tees aus biologischem Anbau können auch mal 50 Euro für eine 30-Gramm-Packung fällig werden.

Inhaltsstoffe

Matcha Tee enthält Koffein bzw. Teein. Ebenfalls im Teepulver enthalten ist die Aminosäure L-Theanin, Proteine, Calcium, Eisen, Kalium, kleine Mengen an Vitaminen (B1, B2, Karotin und Vitamin C) sowie den Bitterstoffen Catechine.

Zugeschriebene Wirkung des Matcha Tees

Der hohe Gehalt an Koffein macht wach. Nebenbei sollen die Bitterstoffe dafür sorgen, dass das Verlangen nach Süßem gestillt wird. Daher wird dem Matcha Tee zugeschrieben, eine unterstützende Rolle beim Abnehmen einzunehmen. Zudem soll der Fettstoffwechsel angeregt werden.

Doch damit nicht genug, denn die enthaltenen Antioxidantien unterstützen den Körper freie Radikale zu bekämpfen. Die Durchblutung der Zellen wird angeregt, wodurch die Haut wieder frisch und lebendig wirkt.

Auch vor Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen soll die Einnahme des grünen Matcha Tees schützen.

Tatsächlich ein Superfood?

Wie auch andere grünen Tees besitzt der Matcha Tee gesunde Inhaltsstoffe, welche durch die besondere Herstellungs- und Zubereitungsart in noch konzentrierterer Form enthalten sind. Ein wirklicher Effekt stellt sich jedoch nur ein, wenn man das Grüntee-Pulver über einen langen Zeitraum hinweg zu sich nimmt.

Bisher konnte eine höhere Konzentration des krebshemmenden Epigallocatechin-Gallats (EGCG) gegenüber anderen grünen Tees wissenschaftlich nicht belegt werden.

Zu vermerken hingegen ist der die Oxalsäure, welches in Grüntee generell vorhanden ist. Diese kann die Mineralstoffaufnahme von beispielsweise Eisen behindern.

Alternativprodukte

Eine direkte Alternative zum Matcha Teepulver gibt es nicht. Allerdings kann man davon ausgehen, dass Grüntee generell die gleichen Inhaltsstoffe enthält und man daher beruhigt zu der preisgünstigeren Variante greifen kann.

Wie super sind Superfoods nun eigentlich?

Superfoods zeichnen sich durch eine sehr gute Marketingmasche aus, die besonders bei gesundheitsbewusste Menschen anschlägt.

Die Geschichte macht‘s

Was alle Superfoods nämlich vereint, ist eine ähnliche Geschichte: Es sind Lebensmittel die aus entfernten Ländern stammen und dort schon seit geraumer Zeit, bestenfalls noch von einem einheimischen Stamm, zur Gesundheitsförderung genutzt wird. Und wer möchte nicht vom Wissen dieser Naturvölker profitieren? Der Hype um Superfoods konnte nur in der heutigen Zeit entstehen, in der mehr und mehr auf gesunde Ernährung geachtet wird. Mit den Labels „vegan“ und „bio“ verkaufen sich Produkte heutzutage extrem gut. Wer auf seine Ernährung achtet, gibt auch gern etwas mehr Geld dafür aus. Die Lebensmittelindustrie macht sich das zunutze.

Begriffsklärung

Eine rechtlich bindende Definition des Begriffs „Superfood“ besteht bisher nicht. Man sagt ihnen lediglich nach, dass sie einen höheren Nährstoffgehalt besitzen und dementsprechend gesundheitsfördernder als andere Lebensmittel seien.

Äpfel, Möhren und Co. Auf dem absteigenden Ast?

Unsere heimischen Produkte geraten dabei nicht nur immer mehr in Vergessenheit, sie werden sogar in gewisser Weise degradiert. Die Preiselbeere wird vermarktungstechnisch beispielsweise nicht als Superfood deklariert, obwohl sie das definitiv wäre. Exotisch und anders muss es sein. Diese neuen bzw. unbekannten Lebensmittel machten gesünder, ließen uns jünger aussehen und machten und obendrein noch schlanker. Doch um abzunehmen, das Hautbild zu verbessern und das Immunsystem fit zu halten eignen sich regional angebaute Produkte mindestens genauso.

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Wissenschaftliche Untersuchungen

Bei all der Euphorie geraten die negativen Aspekte dieser Modeerscheinung leider ins Hintertreffen. Bisher gibt es nämlich noch keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zu der besonderen Wirkung solcher Superfood-Produkte. Jegliche Tests, die bisher durchgeführt wurden, fanden im Labor statt oder wurden an Tieren vollzogen. Wie der komplexe menschliche Organismus auf die Superfoods reagiert und was die Kombination mit anderen Lebensmitteln bewirkt, bleibt noch unerforscht. Darüber hinaus werden oft große Mengen getestet, welche der Mensch so gar nicht verzehrt. Die Relation entspricht also selten der Realität.

Davon abgesehen, sollte man sich fragen, was wir mit irgendwelchen Naturvölkern gemein haben? Vielleicht erfreuen diese Menschen sich bester Gesundheit, da ihre Lebensweise eine andere ist – weniger Stress, weniger Feinstaub, mehr Bewegung und eine gänzlich andere Ernährung.

Hohe Schadstoffbelastung

Hinzu kommt, dass unbekannte und vor allem nicht heimische Produkte Allergien auslösen können. Dieser Effekt wirkt durch die oft hohe Schadstoffbelastung noch verstärkt. Fast alle von Öko-Test untersuchten Superfoods, seien es Chia-Samen, Goji-Beeren oder ähnliches, wiesen einen erhöhten Wert an Pestiziden, Blei und Cadmium auf.

Die durch die langen Transportwege erhöhte CO2-Belastung steht ebenfalls vollkommen entgegengesetzt zu dem ursprünglichen Gesundheitsgedanken der Verbraucher.

Auswirkungen

Man sollte sich bewusstmachen, dass durch die plötzlich auftretende erhöhte Nachfrage nicht nur der natürliche Bestand eines Lebensmittels stark reduziert wird, sondern es auch zu einer Preissteigerung kommt. Dies wiederum kann sich auch auf die Einheimischen auswirken. Ihre heimische Pflanze wird für sie nicht mehr erschwinglich.

Bildquelle: Vielen Dank an jill111 und SkyAngel für die Bilder (© jill111, © SkyAngel / pixabay.com)

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Zusammenfassung

Möchte man sich gesund ernähren und so Krankheiten vorbeugen, ist eine ausgewogene Ernährung unerlässlich. Superfoods mögen eine gelegentliche Abwechslung auf dem Speiseplan darstellen, aber ein Allheilmittel sind sie bei Weitem nicht.

Machen Sie sich daher die heimische Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten zunutze, denn diese sind nicht nur ebenso reich an Vitaminen und Mineralstoffen, sondern sehr gut verträglich und in jedem Falle preisgünstiger.

Je mehr verschiedene Sorten Sie zu sich nehmen, desto verschiedenere Arten an sekundären Pflanzenstoffen nehmen Sie auch zu sich. Im Gegensatz zu den modernen Superfood-Sorten bekommt man Heidelbeeren, Löwenzahn, Rote Beete und Co. auch in frischer und nicht nur getrocknet oder in Pulverform zu kaufen.

Bildquelle: Vielen Dank an minivanily für das Bild (© minivanily / pixabay.com).

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